Politik verstümmelt

Warum ich in der Politik nichts werden will. Aber Politikstrukturen für ganze Menschen was wären. 800 Zeichen für den Wortwechsel im aktuellen thegap.at.

In eine Partei- oder andere Politik-Funktion möchte ich nicht, weil man dort sozial verstümmelt. Wo wirklich etwas entschieden wird, herrscht unvorstellbarer Druck.

In solchen Machtstrukturen kann man nicht bestehen, ohne Beziehungen zu vernachlässigen: Zu sich selbst, zum privaten Umfeld und zur Öffentlichkeit. (In fast jedem ZIB2-Interview beobachtet man die fortgeschrittene Unfähigkeit, in Beziehung zu Wähler’innen zu treten.)

Über bleiben halbe Menschen; sozial und emotional beschädigte Zyniker’innen. Wer sich Empathie, Verletzlichkeit und Ideale bewahren will, hat’s schwer. Ich bedauere das sehr, da ich ein überzeugter Demokrat bin.

10 Jahre habe ich bei SOS Mitmensch Politik im Kleinen gemacht. Das war mir persönlich Druck genug. Vielleicht kann ich einmal mithelfen, politische Strukturen für ganze Menschen zu entwickeln. Das wär was.

Philipp Sonderegger war Sprecher von SOS Mitmensch und ist derzeit auf Bildungskarenz in
Hanoi, Vietnam. Er blogt zu politischen Themen unter http://phsblog.at

Beitrag für Wortwechsel in thegap.at

2 Gedanken zu „Politik verstümmelt“

  1. Also bei politischen Strukturen für ganze Menschen bin ich sofort dabei! Entsprechende mediale und gesellschaftlichen Strukturen werden wir aber auch dazu brauchen. Wo aber die Menschen auf reine Funktionsteile verstümmelt werden, ist in weiten Teilen der Wirtschaft, da ist die Politik noch eher harmlos dagegen…

  2. Halbe Menschen, sozial verstümmelte und emotional beschädigte ZynikerInnen? Ein Grund nicht Politiker werden zu wollen könnten solche Pauschalbeurteilungen sein.

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