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	<title>PHSBLOG.AT - Philipp Sonderegger&#039;s politischer Blog. &#187; Pranger</title>
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		<title>Mandl gegen ORF-Verbot für Politiker</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 22:58:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Diese Zusammenstellung von Tweets des ÖAAB-Generalsekretärs Lukas Mandl ist mein erster Versuch mit storify: Mandl verteidigt darin die Bestellung des ehemaligen VP-Geschäftsführers Helmut Krieghofer zum Direktor des Landesstudios Tirol; es dürfe kein Berufsverbot für Politiker geben. Mit der Bestellung von Niko Pelinka zum GD-Büroleiter sei das nicht zu vergleichen gleichzusetzen. Ein Experiment inklusive Nachspiel. [tweetbutton] [...]


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<p><span id="more-1811"></span><br />
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		<title>Brand in Schubhaft</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 19:27:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Brand im PAZ Hernalser Gürtel heute Nachmittag ruft die noch immer inakzeptablen Schubhaft-Bedingungen in Erinnerung. Auch die Stadt Wien als Aufsichtsbehörde sollte handeln &#8211; und das PAZ Hernals schließen, falls der Brandschutz auch nach dem letzten Brand weiter vernachlässigt wurde. Heute Nachmittag gab es einen Brand im Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel. Die Brandursache ist laut [...]


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<p><span id="more-1563"></span></p>
<div id="attachment_1574" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/schubhaft1.jpg"><img class="size-full wp-image-1574 " title="Brand in Schubhaft 2007" src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/schubhaft1.jpg" alt="Brand in Schubhaft 2007" width="400" height="313" /></a><p class="wp-caption-text">Brand in Schubhaft 2007</p></div>
<p>Heute Nachmittag gab es einen Brand im Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel. Die Brandursache ist laut einem Sprecher der Bundespolizeidirektion (BPD) Wien noch unklar. Es gibt mehrere leicht verletzte Insassen, die Rauchgasvergiftungen davon getragen haben, sowie einen Polizisten, der sich bei den Rettungsarbeiten schwer verletzt hat. Genaueres sollen Untersuchungen der nächsten Tage ergeben.</p>
<p>Schon jetzt kann gesagt werden, dass die Bundesregierung in ihren Schubhaftzentren das Leben von Menschen aufs Spiel setzt.</p>
<p>Bereits Ende 2007 kam der algerische Asylsuchende Fethi N. beinahe bei einem Brand ums Leben. In der Nacht vom 29. auf 30. Dezember brach in seiner Einzelzelle im Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel ein Feuer aus. N. schlief rauchend im Bett ein und fiel von den Rauchgasen in Ohnmacht. Die Einrichtungsgegenstände der Einzelzelle sind nicht aus brandhemmendem Material, Brandmelder sind nicht vorhanden. Hilfe kann nur über die Gegensprechanlage bei der Tür gerufen werden. Wenn der Häftling es bis dorthin schafft. Erst als Gefangene der Nachbarzelle Alarm schlugen, rückten Beamten aus, um das Feuer in N.&#8217;s Zelle zu löschen.</p>
<p>Im Zuge dieses Vorfalls hat SOS Mitmensch darauf gedrängt, Konsequenzen zu ziehen: Die Republik ist voll und ganz für die körperliche Unversehrtheit von Schutzbefohlenen verantwortlich (Art. 2 und 3 EMRK). Hafträume müssen laut <a title="Anahlteordnung" href="https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Dokumentnummer=NOR40071010&amp;ResultFunctionToken=8d7863b4-d804-4c2f-99e6-1c518edb5076&amp;Position=1&amp;Kundmachungsorgan=&amp;Index=&amp;Titel=&amp;Gesetzesnummer=&amp;VonArtikel=&amp;BisArtikel=&amp;VonParagraf=&amp;BisParagraf=&amp;VonAnlage=&amp;BisAnlage=&amp;Typ=&amp;Kundmachungsnummer=&amp;Unterzeichnungsdatum=&amp;FassungVom=28.11.2011&amp;NormabschnittnummerKombination=Und&amp;ImRisSeit=Undefined&amp;ResultPageSize=100&amp;Suchworte=anhalteordnung">Anhalteordnung</a> so beschaffen sein, dass „eine gesundheitliche Gefährdung vermieden werden“ kann (AnhO §4), Häftlinge sind unter Achtung der Menschenwürde und größtmöglicher Schonung ihrer Person anzuhalten.</p>
<h4>Anhaltung &#8220;gänzlich inakzeptabel&#8221;</h4>
<p>Das <em>European Committee for the Prevention of Torture</em> (CPT) des Europarates rügt Österreich regelmäßig für die &#8220;materiellen Bedingungen&#8221;, unter denen Fremde zur Abschiebung aus Österreich angehalten werden. 2005 hat er die Lage in Österreich und vor allem die Verhältnisse im PAZ Hernals wörtlich als &#8220;gänzlich inakzeptabel&#8221; bezeichnet. Die Kontrolleure fordern einen offenen Vollzug, also die Anhaltung der Häftlinge in in offenen Abteilungen. Hätte Österreich diese Empfehlung umgesetzt, hätte der schwere Unfall von Fethi N. verhindert werden können.</p>
<div id="attachment_1588" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/schubhaft2.jpg"><img class="size-full wp-image-1588" title="Brand in Schubhaft 2007" src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/schubhaft2.jpg" alt="Brand in Schubhaft 2007" width="400" height="320" /></a><p class="wp-caption-text">Brand in Schubhaft 2007</p></div>
<p>Berichte und Empfehlungen des Europarats sind für Österreich nicht verbindlich und werden daher nicht gerade überschwänglich umgesetzt. Allerdings wäre die BPD Wien nach dem Wiener Feuerpolizei-, Luftreinhalte- und Klimaanlagengesetz (WFLKG) dazu verpflichtet, &#8220;besondere Vorkehrungen zur Hintanhaltung oder Vorbeugung&#8221; einer Brandgefahr zu treffen, da ein PAZ zu der Sorte Gebäude zählt, in der im &#8220;Brandfall eine größere Anzahl von Personen gefährdet&#8221; werden könnte (<a title="WFLKG" href="http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=LrW&amp;Dokumentnummer=LRWI_B440_000&amp;ResultFunctionToken=fcc56bcb-53c7-415e-b9f7-798dff39747d&amp;Position=1&amp;Titel=&amp;Typ=&amp;Index=&amp;ImRisSeit=Undefined&amp;ResultPageSize=50&amp;Suchworte=brandschutz">WFLKG §10 Z2</a>).</p>
<h4>Kein ausreichender Brandschutz</h4>
<p>Das streitet auch die BPD Wien nicht ab. Der fürs PAZ Heranals verantwortliche Kommandant, Josef Zinnsberger, hat das Fehlen von Brandmeldern mit dem Hinweis gerechtfertigt, man wolle und könne den Gefangenen das Rauchen nicht verbieten. Was Zinnsberger nicht sagt: Stand der Technik in Räumen mit Rauchentwicklung sind Wärmemelder. Das attestiert jedenfalls der Österreichische Berufsfeuerwehrverband. In seinen <em>Technischen Richtlinien vorbeugender Brandschutz: Brandmeldeanlagen</em> (TRVB 123) heißt es zum Thema <em>Rauch, Staub und andere Aerosole</em>:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Betriebsbedingtes Auftreten von Rauch, Staub oder anderen Aerosolen kann bei Anwendung von Rauchmeldern Täuschungsalarme und bei Anwendung von Flammenmeldern eine wesentliche Abmilderung der Empfindlichkeit verursachen. In solchen Fällen sind Wärmemelder einzusetzen.&#8221;</p>
<h4>Land Wien ist als Aufsichtsbehörde mitverantwortlich</h4>
<p>Kommt die BPD Wien ihren Verpflichtungen nicht nach, kommen die Stadt Wien und die Rot-Grüne Koalition ins Spiel. Diese ist nämlich Aufsichtsbehörde und (die Baupolizei) müsste der BPD Wien geeignete Vorschriften zur Brandvorbeugung machen (<a href="http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=LrW&amp;Dokumentnummer=LRWI_B440_000&amp;ResultFunctionToken=fcc56bcb-53c7-415e-b9f7-798dff39747d&amp;Position=1&amp;Titel=&amp;Typ=&amp;Index=&amp;ImRisSeit=Undefined&amp;ResultPageSize=50&amp;Suchworte=brandschutz">WFLKG §10 Z2</a>). Sollte das Innenministerium diesen Auflagen nicht nachkommen, kann die Stadt Wien das Gebäude bei Gefahr im Verzug räumen lassen. Etwa dann, wenn mit weiteren gravierenden Vorfällen zu rechnen ist. Und ich denke das ist der Fall, wenn man gegenüberstellt, welchen Gefahren Schubhäftlinge ausgesetzt sind und wie schleppend Verbesserungen umgesetzt werden.</p>
<p>Auf Anfrage kurz vor 19.30 Uhr kann das BPD Wien nicht bestätigen, dass in den Zellen in der Zwischenzeit Wärmemelder installiert wurden. Die bisherigen Äußerungen der Verantwortlichen lassen allerdings auch nicht darauf hoffen. Beim offenen Vollzug wurde bislang mit Hinweis auf das Schubhaftzentrum Vordernberg abgewunken, das im Frühjahr 2012 Baubeginn haben soll.</p>
<p>Doch nicht nur der Ausbruch von Feuer stellt eine lebensgefährliche Gefahr für Gefangene dar. 2005 verstarb der Gambier Yankuba C. im Hungerstreik, nachdem er rechtswidrig in Schubhaft genommen wurde. Im selben Jahr wurde der polnische Schubhäftling Andrzej G. von einem psychisch kranken Mithäftling durch Stiche getötet. Die herbeieilenden Beamt/innen konnten wegen fehlender Schutzkleidung nicht eingreifen. Schuld am Tod des Schubhäftlings seien &#8220;die politisch Verantwortlichen&#8221;, bemerkte Richterin Sonja Weis in derUrteilsbegründung:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Die betroffenen Beamten haben das Menschenmögliche getan. Sie trifft kein Vorwurf. Dass man aber davon ausgeht, dass das System reibungslos und einwandfrei funktioniert, ohne die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen, gibt zu denken. Das ist ein Systemfehler, für den nicht die Systemerhalter verantwortlich sind, sondern die politisch Verantwortlichen.&#8221;</p>
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		<title>Strache-Demo: Skinhead festgenommen</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 20:44:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bei der Strache-Demo gestern Abend auf dem Wiener Stephansplatz nahm die Polizei einen Skinhead fest. Dieser hatte zunächst eine Frau attackiert und dann Polizisten angepöbelt. Warum erfährt die Öffentlichkeit nichts davon? Gestern Abend um 19.45 Uhr nahm die Wiener Polizei bei der FPÖ-Kundgebung am Stephansplatz einen Skinhead fest. Der etwa 30-jährige Mann hatte eine junge [...]


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<p><span id="more-1463"></span></p>
<div id="attachment_1468" class="wp-caption alignleft" style="width: 508px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/skinhead.jpg"><img class="size-large wp-image-1468   " title="Unter die Zuhörer/innen der Strache-Rede hatten sich vereinzelt Skinheads gemischt." src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/skinhead-1024x764.jpg" alt="Unter die Zuhörer/innen der Strache-Rede hatten sich vereinzelt Skinheads gemischt." width="498" height="371" /></a><p class="wp-caption-text">Unter die Zuhörer/innen der Strache-Rede am Stephansplatz hatten sich vereinzelt Skinheads gemischt. Bild: Dorn</p></div>
<p>Gestern Abend um 19.45 Uhr nahm die Wiener Polizei bei der FPÖ-Kundgebung am Stephansplatz einen Skinhead fest. Der etwa 30-jährige Mann hatte eine junge Frau bespuckt und zu Boden gerissen. Ein Großaufgebot von Einsatzeinheiten der Wiener Polizei sicherte die Kundgebung, weshalb sofort einige Beamt/innen zur Stelle waren.</p>
<p>Da die junge Frau keine Anzeige erstattete und die Polizist/innen den Vorfall offensichtlich nicht selbst von Anfang an beobachtet hatten, beließ es die Exekutive zunächst bei einer Identitätsfeststellung.</p>
<p>Dabei pöbelte der Kahlkopf die Beamt/innen jedoch lautstark als &#8220;Wixer&#8221; und &#8220;Trotteln&#8221; an. Nachdem ihn der amtshandelnde Polizist zweimal erfolglos verwarnte, wurde der Verdächtige festgenommen und abgeführt. Vermutlich wird er der Ordungsstörung beschuldigt.</p>
<h4>Warum wurde Vorfall nicht veröffentlicht?</h4>
<p>Ich schreibe diesen Eintrag, weil die Bundespolizeidirektion Wien diesen Vorfall von öffentlichem Interesse nicht publik gemacht hat. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, von Skinhead-Übergriffen bei Partei-Veranstaltungen zu erfahren; insebesondere wenn es sich um eine FPÖ-Veranstaltung handelt, da die FPÖ immer wieder durch mangelnde Abgrenzung von der extremen Rechten auffällig wird.</p>
<p>In diesem Zusammenhang muss kritisiert werden, dass die Polizist/innen auch auf dieser Kundgebung von einem Service-Fahrzeug der freiheitlichen Personalvertretung AUF mit Getränken versorgt wurden. Eine solche Verpflegung sollte allerdings durch die Dienststelle erfolgen. Es muss jeder Anschein vermieden werden, die Exekutive vor Ort hätte ein Motiv, Schaden von der FPÖ abzuwenden &#8211; etwa in dem sie einen Skinhead-Übergriff unter den Teppich kehrt.</p>
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		<title>In Echtzeit kriminalisiert</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 11:32:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wenn eine Innenministerin über Illegale spricht, sollte Echtqualität vor Echtzeit gehen. Sonst wird der Standard.at zum Sprachrohr der semantischen Flüchtlingsabwehr. Gestern erreichte mich eine Nachricht in Echtzeit. Über die Kanäle des Online-Standard. Die Meldung, von der ich spreche, hätte etwas Zeitverzögerung durchaus gut vertragen. Manchesmal sind nämlich Nachrichten in Echtqualität jenen in Echtzeit vorzuziehen. Besonders [...]


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<p><span id="more-1428"></span>Gestern erreichte mich eine Nachricht in Echtzeit. Über die Kanäle des Online-Standard. Die Meldung, von der ich spreche, hätte etwas Zeitverzögerung durchaus gut vertragen. Manchesmal sind nämlich Nachrichten in Echtqualität jenen in Echtzeit vorzuziehen.</p>
<p>Besonders dann, wenn die Nachricht auf Informationen der Innenministerin aus dem Bereich Asyl basiert. Besonders dann machen sich nämlich für ein Qualitätsmedium Redakteur/innen mit echten Zeitressourcen bezahlt &#8211; weil sie jede noch so gut recherchierte APA-Meldung erneut redigieren.</p>
<p>Ich spreche von der Meldung <em>Mikl-Leitner will &#8220;Schutzschirm&#8221; gegen illegale Migranten</em>, die um 15.52 von der APA an die Redaktionen gesendet und um 16.06 Uhr vom Online-Standard <a href="http://derstandard.at/1319181392683/Einwanderung-Mikl-Leitner-will-Schutzschirm-gegen-illegale-Migranten">abrufbar</a> war. Die APA hatte sich zuvor immerhin sechs Stunden Zeit genommen, um die initiale OTS-<a title="OTS Mikl Leitner" href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20111027_OTS0062/mikl-leitner-brauchen-eu-schutzschirm-gegen-die-schlepperkriminalitaet">Aussendung</a> von Mikl-Leitner zu verarbeiten; die Meldung hätte wohl auch ein paar Minuten später nichts an &#8220;Brisanz&#8221; verloren.</p>
<div>
<p style="padding-left: 30px;"><cite>&#8220;Heuer seien in Österreich bereits 16.815 illegale Einwanderer und damit an die 30 Prozent mehr Personen als im Vorjahreszeitraum aufgegriffen worden, sagte Mikl-Leitner am Rande des EU-Innenministerrates am Donnerstag.</cite></p>
<p style="padding-left: 30px;"><cite>Die meisten Flüchtlinge stammten aus Afghanistan, Pakistan und aus Tschetschenien.&#8221; (DerStandard.at, 27.10.2011)</cite></p>
<p>Nun haben die Abwehrkämpfer/innen der Festung Europa die Tilgung der semantischen Differenz zwischen Illegalen und Asylsuchenden vollzogen. Bis zu neun von 10 Menschen aus den drei Ländern werden in Asylverfahren als schutzwürdig anerkannt und manchmal sind sie leidvollen Umständen entkommen, die wir gar nicht bereit sind, uns zu vergegenwärtigen.</p>
<p>Diesen Leuten des Recht abzusprechen, hier her zu kommen, ist eine miese Diffamierung ihrer Lebensgeschichte; ein Versuch die Menschenrechte auszuhebeln; vollzogen von einer orientierungslosen Mitte; dankbar die Flanken der extremen Rechten aufgreifend.</p>
<p>Die Tilgung dieser semantischen Differenz kam nicht überraschend. Wer es wissen wollte, konnte sie absehen: Es begann mit der Umdeutung von Fluchthilfe (es ging gegen den Kommunismus) in Schlepperei (es geht gegen die Habenichtse) &#8211; aber es gab wenigstens noch &#8220;echte Flüchtlinge&#8221;. Jetzt sind wir dort angelangt, wo die Innenministerin der Republik Österreich die Begriffe Flüchtling und Illegale/r synonym verwendet und keinen Unterschied zwischen Straftätern/innen und (sehr wahrscheinlich) Verfolgten mehr macht.</p>
<p>Völlig überraschend kommt für mich allerdings, dass der Standard.at diese Kriminalisierung mit nicht einer Zeile zum Thema macht, sondern die semantische Flüchtlingsabwehr unkommentiert unter die Leute bringt. Dabei hat der APA-Redakteur an der Stelle im Text &#8211; wo aus Straftätern plötzlich (sehr wahrscheinlich) Verfolgte werden &#8211; noch extra einen Umbruch gemacht. Als wolle er verwegnehmen, wo die Kolleg/innen vom Standard.at noch zwei Zeilen zur Illegalisierung von Flüchtlingen durch die europäischen Regierungen ergänzen werden. Eine Übung, auf die man bei der APA schon länger verzichtet.</p>
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		<title>Die Zeit des Sebastian Kurz (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 15:16:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Integrationsstaatsekretär will sich ausreichend Zeit für den Austausch mit NGOs nehmen. Doch einige klagen schon über mangelnde Dialogbereitschaft. Teil 2 der dreiteiligen Serie. Den Dialog mit den wichtigsten Institutionen im Bereich der Integration zu führen, zählt Staatssekretär Sebastian Kurz zu seinen Hauptaufgaben: &#8220;Diese Institutionen &#8211; seien es NGOs, Vereine, etc. &#8211; sind wichtige Player [...]


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<div class="vorspann"><span id="more-1193"></span></div>
<p>Den Dialog mit den wichtigsten Institutionen im Bereich der Integration zu führen, zählt Staatssekretär Sebastian Kurz zu seinen Hauptaufgaben: &#8220;Diese Institutionen &#8211; seien es NGOs, Vereine, etc. &#8211; sind wichtige Player für eine gelungene Integration, und deshalb ist es mir wichtig, mir ausreichend Zeit für einen Austausch mit ihnen zu nehmen&#8221;, reagiert er auf meine Anfrage per EMail.</p>
<p>Trotzdem ventilieren einige NGOs das Bedauern, dass Kurz den Dialog verweigere und Gesprächsanfragen aus Zeitgründen ausschlage. Zwar hat Sebastian Kurz neben der <em>Caritas</em> etwa auch <del>das <em>Integrationshaus</em> oder</del> (<strong>edit</strong>, siehe Kommentare) die Zeitung <em>biber</em> besucht &#8211; doch bei der Auswahl der Gesprächspartner_innen scheint er recht wählerisch zu sein.</p>
<h4>Die Zeit fehlt</h4>
<p>Angela Magenheimer von <em>Ehe ohne Grenzen</em> hat mehrmals vergeblich versucht, Kurz zum Kamingespräch der Selbsthilfegruppe einzuladen. Eine Gesprächsrunde, der sich zuvor etwa schon SP-Klubobmann Josef Cap gestellt hatte. Leider findet der Staatssekretär keinen freien Abend.</p>
<p>Das <em>Netzwerk Rechte Chancen Vielfalt</em> in dem sich 30 der wesentlichen <a title="NWRCV" href="http://nwrcv.pbworks.com/">Einrichtungen</a> aus den Bereichen Antidiskriminierung, Migration und Asyl aus Österreich zusammengeschlossen haben, bemühen sich seit längerem vergeblich um einen Termin.</p>
<p>Edit: <em>Das Integrationshaus</em> hat den Staatssekretär eingeladen, dieser ist der Einladung aber bislang nicht nachgekommen. Ein Besuch hat also nicht stattgefunden, wie hier ursprünglich fälschlich angegeben wurde. Nikolaus Heinelt vom Integrationshaus hat diese Information in den Kommentaren richtig gestellt.</p>
<p>Auch einschlägige Medien müssen auf Gespräche mit dem Staatssekretär verzichten. Für das vierteljährlich erscheinende <em>mo &#8211; Magazin für Menschenrechte</em> von <em>SOS Mitmensch</em> konnte kein freier Termin für ein Interview gefunden werden. Chefredakteur Gunnar Landsgesell bedauert: &#8220;Uns wurde dann ein Email-Interview angeboten. Da können wir gleich Presseaussendungen abdrucken&#8221;.</p>
<p>Es scheint nicht an den NGOs zu liegen. Höhrer_innen des Jugendradio FM4 können genauso wenig mit Kurz rechnen. FM4-Chefkoordinator Martin Blumenau <a title="Blumenau" href="http://twitter.com/#!/martinblumenau/status/110696535955742720" target="_blank">per</a> Twitter: &#8220;Sebastian Kurz ist wie Didi Constantini &#8211; beide scheuen das Risiko eines längeren FM4-Interviews&#8221;. Die Politikredaktion des Senders habe vergeblich um ein längeres Interview angefragt, präzisiert Blumenau auf Nachfrage.</p>
<p>Es ist nicht unüblich, allerlei Absagen mit &#8220;Zeitmangel&#8221; zu begründen. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Fm4 für Kurz, den exponierten Vertreter einer &#8220;<a title="OTS Jungbauern begrüssen Generationen Scan für mehr Jugend-Gerechtigkeit" href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110916_OTS0182/jungbauern-begruessen-kurz-idee-eines-generationen-scan" target="_blank">Jugend-Gerechtigkeit</a>&#8221; nicht &#8220;wichtig&#8221; genug ist. Ich persönlich vermute eher, dass Kurz ausführliche oder diskursive Formate scheut, die über das Platzieren von &#8220;Sound-Bites&#8221; hinausgehen.</p>
<p>Auffallend auch, dass die nicht berücksichtigten NGOs dem Integrationsbegriff wegen seiner Anfälligkeit für Kulturalisierung kritisch gegenüber stehen und einen eher republikanischen Ansatz vorziehen, der auf Gleichstellung der Bürger_innen abzielt (<a title="Weg mit Integration" href="http://phsblog.at/weg-mit-integration/">Weg mit Integration</a>; <a title="Ausschluß Basta!" href="http://wassermair.net/features/ausschluss_basta" target="_blank">Ausschluß Basta</a>!; <a title="Netzwerk Rechte Chancen Vielfalt" href="http://nwrcv.pbworks.com/w/page/23779119/NWRCV%20-%20Das%20Netzwerk%20Rechte%20-%20Chancen%20-%20Vielfalt" target="_blank">Netzwerk Rechte Chancen Vielfalt</a>).</p>
<p>Auch wenn es menschlich nachvollziehbar ist, dass Kurz keine Debatten führen möchte, die das Integrationskonzept selbst in Frage stellen: ernst gemeinte Dialogbereitschaft verschließt sich auch vor grundsätzlichen Argumenten nicht.</p>
<p>Aus welchen Gründen immer Kurz die Debatte meidet &#8211; sollte der Staatsekretär demnächst den Vorsitz der Wiener ÖVP übernehmen, wie im <a title="Die Zeit des Sebastian Kurz (1)" href="http://phsblog.at/die-zeit-des-sebastian-kurz-1/" target="_blank">ersten Teil</a> dieser Serie berichtet &#8211; dann dürfen die abgewiesenen NGOs wohl auch in Zukunft kaum auf eine Gesprächsmöglichkeit hoffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ausserdem erschienen:</p>
<p><strong>Teil 1</strong> – <a title="Die Zeit des Sebastian Kurz (1)" href="http://phsblog.at/die-zeit-des-sebastian-kurz-1/">Hat bei den NGOs tatsächlich ein Stimmungswandel stattgefunden</a>?<br />
<strong>Teil 3</strong> – <a href="http://phsblog.at/die-zeit-des-sebastian-kurz-3/">Welche Leistungen sind von Kurz in der laufenden Amtszeit zu erwarten?</a></p>


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		<title>Die Zeit des Sebastian Kurz (1)</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 18:07:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Christoph Kotanko]]></category>
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		<category><![CDATA[Sebastian Kurz]]></category>

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		<description><![CDATA[Sebastian Kurz ist im Gespräch als Obmann der Wiener ÖVP. Sogar Kritiker aus den NGOs hätten ihre Meinung über den 25-jährigen revidiert, wird lanciert. Doch stimmt das auch? Teil Eins einer dreiteiligen Serie über den Staatssekretär. Sebastian Kurz, Staatssekretär für Integration, ist die Zukunftshoffnung der ÖVP. So portraitiert Christoph Kotanko &#8211; Wien-Korrespondent bei den Oberösterreichischen [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<fb:like href='http://phsblog.at/die-zeit-des-sebastian-kurz-1/' send='false' layout='standard' show_faces='false' width='450' height='65' action='like' colorscheme='light' font='verdana'></fb:like><div class="vorspann">Sebastian Kurz ist im Gespräch als Obmann der Wiener ÖVP. Sogar Kritiker aus den NGOs hätten ihre Meinung über den 25-jährigen revidiert, wird lanciert. Doch stimmt das auch? Teil Eins einer dreiteiligen Serie über den Staatssekretär.</div>
<div class="vorspann"><span id="more-1132"></span></div>
<div id="attachment_1147" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/kurz.jpg"><img class="size-full wp-image-1147" title="Staassekretär Kurz (c) BMI / A. Tuma" src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/kurz.jpg" alt="Staassekretär Kurz (c) BMI / A. Tuma" width="500" height="330" /></a><p class="wp-caption-text">Staassekretär Sebastian Kurz (c) BMI / A. Tuma</p></div>
<p>Sebastian Kurz, Staatssekretär für Integration, ist die Zukunftshoffnung der ÖVP. So portraitiert Christoph Kotanko &#8211; Wien-Korrespondent bei den <em>Oberösterreichischen Nachrichten</em> &#8211; den 25-jährigen im Meinungsstück &#8220;<a title="Oberösterreichische Nachrichten: die Verwandlung des Sebastian Kurz" href="http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/kotanko/art109300,712931">Die Verwandlung des Sebastian Kurz</a>&#8220;.</p>
<p>Nach anfänglicher Kritik, so die Beobachtung Kotanko&#8217;s, hätten sich nun alle Irrtümer aufgeklärt und das falsche Image des Sebastian Kurz ins Positive gewandelt. In der ÖVP halte man sogar die Zeit für gekommen, Kurz als Vorsitzenden der Wiener Stadtpartei zu inthronisieren.</p>
<h4>Die Zeit ist gekommen</h4>
<p>Als Beleg für das gewandelte Image werden im Kommentar namentlich nicht genannte NGOs angeführt:</p>
<p><cite>&#8220;Fünf Monate nach der Angelobung des Staatssekretärs hat sich sein Bild gewandelt. Frühere Kritiker, auch in den NGOs, gestehen dem gebürtigen Meidlinger guten Willen und Ideen zu.&#8221; <span style="font-size: xx-small;">(Chr. Kotanko, Die Verwandlung des Sebastian Kurz, OÖN, 16.Sept 2011)</span></cite></p>
<p>Eine starke Behauptung, deren Stichhaltigkeit überprüft werden sollte!</p>
<p>Auf Nachfrage, welche ehemals kritischen NGO-Vertreter_innen dem Staatssekretär nun &#8220;Ideen und guten Willen&#8221; attestieren würden, <a title="Twitter: Nachfrage Kotanko" href="http://j.mp/r8RCri">nennt</a> Kotanko den <em>Caritas</em>-Präsidenten Franz Küberl mit dem Caritasprojekt <em>Lerncafe</em>, das <em>Integrationszentrum Graz</em>, eine Studie des <em>Humaninstituts Klagenfurt</em> sowie <em>profil</em>-Autor Peter Michael Lingens.</p>
<p>Allerdings sind weder das <em>Humaninistitut</em> noch das <em>Integrationszentrum</em> NGOs<sup>1</sup> &#8211; genauso wenig wie <em>profil</em>-Autor Peter Michael Lingens &#8211; noch haben sie sich bislang übermässig auffällig als Kritiker des Staatssekretärs exponiert.</p>
<p>Bliebe also noch Franz Küberl, Präsident der <em>Caritas</em>, mit dem gerade bundesweit anlaufenden <a title="OTS Lerncafes von Caritas" href="http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20110922_OTS0200/staatssekretaer-kurz-und-caritas-praesident-kueberl-eroeffnen-oesterreichs-lerncafs">Lerncafe</a>-Projekt. Küberl selbst will sich nicht zur Sache äußern, aber wie ich den <em>Caritas</em>-Präsidenten kenne, kann man getrost davon ausgehen, dass ihm Kotankos Einordnung als &#8220;geläuterter Kritiker&#8221; nicht besonders gefällt.</p>
<p>Sein Generalsekretär, Bernd Wachter, sieht &#8220;Engagement, Ideen und Kommunikationsfähigkeit&#8221; bei Kurz durchaus als gegeben und verweist auf die Finanzierung der Lerncafes als &#8220;guten ersten Schritt&#8221; auf dessen Haben-Seite.</p>
<p>Trotz öffentlicher Gelder: sakrosankt wird Kurz für die <em>Caritas</em> auch in Zukunft nicht sein: &#8220;Wichtig war und ist uns, dass das Integrationsstaatssekretariat mit ausreichend Kompetenzen und einem eigenen Budget ausgestattet ist, damit keine Feigenblatt-Funktion entstehen kann&#8221;, sagt Wachter.</p>
<p>Bedingungen, die derzeit nicht gegeben sind, da das Staatssekretariat nachträglich geschaffen und weder im Budget noch im Ministeriengesetz berücksichtigt wurde. &#8220;Gemessen wird man in der Politik ja immer daran, welche der Ideen auch als konkrete Projekte erfolgreich umgesetzt werden&#8221;, so der <em>Caritas</em>-General.</p>
<p>Eine Position die die <em>Caritas</em> übrigens in Person von Präsident Franz Küberl beinahe <a title="Kleine Zeitung: Kurz eine Chance geben" href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/oevp/2725843/kurz-ernennung-zum-staatssekretaer-stoesst-kritik.story">wortgleich</a> schon zum Amtsantritt von Kurz vertreten hatte. Ähnlich differenzierte Statements sind auch von anderen NGOs <a title="Kleine Zeitung: Kurz eine Chance geben" href="http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/oevp/2725843/kurz-ernennung-zum-staatssekretaer-stoesst-kritik.story" target="_blank">überliefert</a>. Von einem Stimmungswandel bei den NGOs kann also nicht die Rede sein. Jedenfalls nicht zum Positiven.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr style="width: 500px; border-width: 1px; border-style: solid; border-color: #cccccc; color: #ffffff;" noshade="noshade" width="500" />
<p>1) <span style="font-size: x-small;">Beim <em>Integrationszentrum Graz</em> handelt es sich offensichtlich um das <em>Integrationszentrum der Steieremark</em> in Graz. Das ist eine Einrichtung des <em>Österrreichischen Integrationsfonds</em>, der personell und finanziell vom Innenministerium kontrolliert wird und deshalb sehr <a title="Integrationspiraten" href="http://phsblog.at/integrationspiraten/">umstritten</a> ist.</span></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Das <em>Humaninstitut Klagenfurt</em> beschreibt sich in der betreffenden &#8220;Integrations-Studie&#8221; selbst als Werbeagentur. Die leicht skurile Umfrage mit dem Titel &#8220;<a title="PDF: Integration durch globalisierte Kommunikation" href="http://www.humaninstitut.at/humaninstitut/download.php?file=INTEGRATION.pdf">Integration durch globalisierte Kommunikation</a>&#8221; umfasst neben 6 weiteren Fragen etwa zu sozialen Medien auch jene, ob das &#8220;neu geschaffene Staatsektretariat mit Kurz das Integrationsproblem verbessern helfen&#8221; werde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Teil 2</strong> &#8211; <a title="Die Zeit des Sebastian Kurz Teil 2" href="http://phsblog.at/die-zeit-des-sebastian-kurz-2/">Nimmt sich Kurz ausreichend Zeit für Dialog mit seinen Mitstreiter_innen</a> ?<br />
<strong>Teil 3</strong> – <a href="http://phsblog.at/die-zeit-des-sebastian-kurz-3/">Welche Leistungen sind von Kurz in der laufenden Amtszeit zu erwarten?</a></p>


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		<title>BMI beweist Humor</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 16:53:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Innenministerium beweist Humor, nicht aber Unparteilichkeit. Während die Anti-Radfahr-Kampagne der ÖVP tatkräftig befördert wird, &#8220;will kein Polizist [mit mir] gegen Rassismus auftreten.&#8221; Sehr gerne hätte ich die Wirkung meiner Menschenrechtsarbeit durch enge Kooperation mit der Polizei verbessert. Ich habe Innenministerin Johanna Mikl-Leitner deshalb gebeten, mir zwei Beamt_innen des Wiener LVT für eine Pressekonferenz gegen [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<fb:like href='http://phsblog.at/bmi-beweist-humor/' send='false' layout='standard' show_faces='false' width='450' height='65' action='like' colorscheme='light' font='verdana'></fb:like><div class="vorspann">Das Innenministerium beweist Humor, nicht aber Unparteilichkeit. Während die Anti-Radfahr-Kampagne der ÖVP tatkräftig befördert wird, &#8220;will kein Polizist [mit mir] gegen Rassismus auftreten.&#8221;</div>
<p><span id="more-1105"></span><br />
Sehr gerne hätte ich die Wirkung meiner Menschenrechtsarbeit durch enge Kooperation mit der Polizei verbessert. Ich habe Innenministerin Johanna Mikl-Leitner deshalb gebeten, mir zwei Beamt_innen des Wiener LVT für eine Pressekonferenz gegen Rassismus zuzuweisen.</p>
<p>Dazu wird es nicht kommen. Gestern kam die Reaktion des Innenministeriums per Telefon: &#8220;Herr Sonderegger, wir haben gesucht &#8211; aber kein Polizist will mit Ihnen aufs Podium&#8221;, bedauerte der Sprecher.</p>
<p>Die Antwort beweist Humor. Natürlich hängt das Zustandekommen von öffentlichen Auftritten nicht in erster Linie von den Beamt_innen selbst ab. Ausschlaggebend sind die Interessen und Zielsetzungen der Polizeiführung. Und dafür gibt es auch gute Argumente. Die Exekutive übt das Gewaltmonopol aus und muss jeden Anschein parteipolitischer Instrumentalisierung abwenden, will sie das Vertrauen der Bevölkerung genießen, diese Sonderstellung nicht zu missbrauchen.</p>
<h4>Scharf gegen Radfahrer &#8211; überhaupt nicht gegen Rassismus</h4>
<p>Die notwendige Unparteilichkeit wollte ich mit einer Anfrage an die Innenministerin thematisieren. Anlass war eine <a title="DiePresse.com: Gerstl-PK mit Polizei-Beamt_innen" href="http://diepresse.com/home/panorama/wien/688639/180-Anzeigen-bei-Aktion-scharf-gegen-Radfahrer">Pressekonferenz</a> des ehemaligen Verkehrssprechers der VP-Wien, Wolfgang Gerstl, zur &#8220;Aktion Scharf gegen radfahren&#8221;. Diese Bilanz-Pressekonferenz gab die &#8220;Zivilperson&#8221; Gerstl nämlich gemeinsam mit den verantwortlichen Polizist_innen; was dem Ganzen einen offiziellen Anstrich verlieh.</p>
<p>In einer Anfrage an die Innenministerin, in der ich der Ministerin guten Willen unterstellte und nicht mit Lob sparte, ersuchte ich um die Zuweisung von Beamt_innen für meine Rassismus-Pressekonferenz. Soll doch die Möglichkeit, eine Pressekonferenz mit Relevanz und Glaubwürdigkeit der Exekutive aufzufetten nicht bloß ÖVP-Politiker_innen offen stehen.</p>
<p>Nun hat mich das BMI mit dem Hinweis auf die Unlust der Beamt_innen recht pfiffig abgeschasselt. Ex-Polizist Gerstl hat mehr Freund_innen bei der Wiener Polizei als ich &#8211; soviel steht nun fest.</p>
<p>Dass die Polizei unparteiisch ist und sich nicht nur an ÖVP-Kampagnen gegen Radfahrer_innen beteiligt, sondern auch an zivilgesellschaftlichen Kampagnen gegen Rassismus &#8211; dieser Beweis steht noch aus.</p>
<p><em>Hier die Anfrage im Wortlaut:</em></p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau Innenministerin Mikl-Leitner!</p>
<p>Als Mitarbeiter einer Menschenrechtsorganisation (derzeit karrenziert) habe ich auch die dunklen Seiten der Polizei-Arbeit kennen lernen müssen. All zu oft war ich als Sprecher meiner Organisation gezwungen, die Arbeit der Exekutive zu kritisieren.</p>
<p>Umso mehr erfreut mich nun ihr jüngst gesetzter Markstein und ich stehe nicht an, sie als Innenministerin sowie ihr Haus und die Polizei auch einmal ausgiebig zu loben!</p>
<p>Sie werden es sich schon denken können, worauf ich anspreche: Ja richtig, es geht um die Bilanz zur &#8220;Aktion Scharf&#8221; gegen Fahrradfahrer/innen in Wien, über die am Wochenende in einigen Tageszeitungen berichtet wurde. Zu meiner Freude wurde diese Medieninformation nämlich von Polizeiverantwortlichen gemeinsam mit einer Zivilperson gegeben.</p>
<p>Die Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsexekutive und Zivilbevölkerung ist ganz, ganz wichtig. Eine erfolgreiche Sicherheitspolizei ist mit Augen, Ohren und Herzen bei der Bevölkerung. Wo Polizist/innen auf Augenhöhe im Gespräch mit den Bürger/innen sind, dort wird manche Straftat schon im Vorfeld verhindert und dort kommen wesentliche Hinweise zur Aufklärung bereits begangener Delikte. Von einer guten Zusammenarbeit zwischen Polizei und Bürger/innen zeugt mE auch diese Pressekonferenz.</p>
<p>Das ist umso mutiger, als man sich ja kaum mehr als Anhänger/in des &#8220;Community-Policing&#8221; deklarieren getraut. Sie und ich wissen; analog zum Zeitgeist ging auch der Trend unter ihren Vorgänger/innen in die gegenteilige Richtung. Weniger Beamt/innen auf der Straße, dunklere und martialischere Uniformen, Taser-Debatte, Entmachtung der Polizeijurist/innen, und und und.</p>
<p>Viele junge Polizist/innen kennen es ja gar nicht mehr anders, als erst aus dem Auto auszusteigen, wenn bereits etwas passiert ist. Und wer muss sich auf der Straße verbal prügeln lassen, wenn wieder einmal wegen der vielen Überstunden wo der Knüppel ausrutscht? Genau. Es sind genau jene Bemant/innen, die sich im Gegensatz zu ihren Rambo-Kollegen um eine gute Gesprächsbasis mit der Bevölkerung bemühen. Es ist gut, wenn diese schleichende &#8220;Militarisierung&#8221; der Polizei gestoppt wird.</p>
<p>Ich verhehle nicht, dass mein Lob mit einem Wunsch verbunden ist: Gerne würde ich die Wirkung auch meiner Arbeit durch engere Kooperation mit der Polizei verbessern. Ich denke etwa an eine Pressekonferenz zu rassistischen Beschmierungen, die durch die Anwesenheit von möglichst ranghohen Beamt/innen sicher an Relevanz und Glaubwürdigkeit gewinnen würde.</p>
<p>Nun gut, ich bin kein ÖVP-Politiker, wie Wolfgang Gerstl, der die Bilanz-PK zur &#8220;Aktion Scharf&#8221; gegen Fahrradfahrer/innen abgehalten hat. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass diese seine Funktion den Ausschlag für das Zustandekommen der Kooperation gegeben hat. Ich ersuche Sie deshalb höflich, mir ehestmöglich zwei geeignete Beamt/innen &#8211; etwa aus dem LVT Wien &#8211; für eine Pressekonferenz im Oktober zuzuweisen.</p>
<p>Sie können sich darauf verlassen, dass die PK ein voller Erfolg wird. Eine verschämte Medienarbeit, bei der das Pressegespräch nicht einmal öffentlich angekündigt wird &#8211; wie bei der Bilanz zur &#8220;Aktion scharf&#8221; &#8211; wird es bei mir nicht geben. Jede/r soll sehen; die österreichische Polizei ist unparteiisch und genießt das Vertrauen der Zivilgesellschaft.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,<br />
Philipp Sonderegger</p></blockquote>


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		<title>Privileg Menschenrecht</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 19:42:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bin ich der Einzige, dem bei der Nudelsieb-Aktion ein flaues Gefühl geblieben ist? Die Aktion war wirklich sehr komisch, aber beim Lustigmachen über Minderheitenrechte komme ich ins Stocken. Nennt mich eine Spaßbremse. Aber danach will ich eine ernste Antwort: Worüber macht sich ein Nudelsieb am Kopf eigentlich lustig? Natürlich hab ich zunächst auch über Niko [...]


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<p><span id="more-1013"></span></p>
<div id="attachment_1018" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/07/passbild.jpg"><img class="size-full wp-image-1018" title="Passbildkriterien" src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/07/passbild.jpg" alt="Passbildkriterien laut BMI." width="500" height="175" /></a><p class="wp-caption-text">Passbildkriterien laut BMI. Bilder: Foto Fayer Wien.</p></div>
<p>Nennt mich eine Spaßbremse. Aber danach will ich eine ernste Antwort: Worüber macht sich ein Nudelsieb am Kopf eigentlich lustig? Natürlich hab ich zunächst auch über Niko Alms <a title="Niko Alm: Nudelsieb am Führerscheinfotio" href="http://blog.alm.at/2011/07/12/hl-fuhrerschein-episode-6-das-finale/" target="_blank">Führerschein-Foto</a> gelacht. Aber ein flaues Gefühl ist dann später doch geblieben. Und nachdem niemand anderes ein Unbehagen artikuliert hat, habe ich mich entschlossen, diesen Beitrag zu schreiben. Denn die Nudelsieb-Aktion zieht Ausnahmeregelungen für religiöse Kopfbedeckungen ins Lächerliche. Und da will ich nicht unbedingt dabei sein.</p>
<p>&#8220;Ich will damit auf die Privilegien der Kirchen hinweisen&#8221;, sagt Niko laut Medienberichten. Privilegien? Das Menschenrecht auf freie Religionsausübung ist also neuerdings ein Privileg. Vielleicht so, wie zum Beispiel das &#8220;Privileg&#8221;, als slowenische Minderheit zweisprachige Ortstafeln lesen zu dürfen? Oder demnächst vielleicht das &#8220;Privileg&#8221; einen Asylantrag zu stellen?</p>
<p>Die Religionsfreiheit ist kein absolutes Menschenrecht, es muss gegen andere Güter abgewogen werden. Sie kann zum Beispiel wie beim Kopftuch am Passfoto im Interesse der <em>öffentlichen Ordnung</em> eingeschränkt werden.</p>
<p>Und im Gegenzug ist es notwendig, auch Maßnahmen zur Durchsetzung der <em>öffentlichen Ordnung</em> einzuschränken. Nämlich dann, wenn sie unverhältnismäßig in die freie Lebensgestaltung und damit Menschenrechte eingreift.</p>
<p>Wenn sich nun jemand letztlich darüber lustig macht, dass der Durchsetzung der <em>öffentlichen Ordnung</em> Grenzen gesetzt werden, find ich das eigentlich nicht besonders schlau und ich nehme an, es ist auch überhaupt nicht im Sinne des Erfinders.</p>
<p>Ich finde ausserdem, es gibt ausreichend gute Gründe, Religionskritik zu üben. Aber warum dabei Minderheitenrechte angreifen, statt ihre Ausweitung auf andere Gruppen (bzw alle) zu betreiben?</p>
<p>Frauen mit Kopftuch sind in Österreich ohnehin vielfältigen Angriffen <a title="MIDAS Studie der FRA" href="http://fra.europa.eu/fraWebsite/eu-midis/eumidis_muslims_en.htm">ausgesetzt</a>. Ich kann &#8211; je länger ich darüber nachdenke &#8211; nur schwer nachvollziehen, warum Niko gerade dieses Thema als Kirchenprivileg angreift, wo doch mit der staatlichen Finanzierung des konfessionellen Unterrichts oder Steuer-Ausnahmen für anerkannte Kirchen viele tatsächliche Privilegien auf der <a title="Volksbegehren Kirchenprivilegien" href="http://www.kirchen-privilegien.at/" target="_blank">Agenda</a> wären.</p>


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		<title>Anfrage zum Gasmasken-Einstieg</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 11:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern ging Sonja Sagmeister in der ZIB 13 mit Atemschutzmaske auf Sendung. Ein Auftritt, mit dem die ORF-Nachrichtenredaktion notwendige Distanz vermissen ließ und der Propaganda griechischer Behörden auf den Leim ging. Meine Anfrage an Chefredakteur Fritz Dittlbacher. Sehr geehrter Herr Dittlbacher! Gestern hat Sonja Sagmeister in der ZIB um 13 Uhr beim Live-Einstieg von den [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<fb:like href='http://phsblog.at/anfrage-zum-gasmasken-einstieg/' send='false' layout='standard' show_faces='false' width='450' height='65' action='like' colorscheme='light' font='verdana'></fb:like><div class="vorspann">Gestern ging Sonja Sagmeister in der ZIB 13 mit Atemschutzmaske auf Sendung. Ein Auftritt, mit dem die ORF-Nachrichtenredaktion notwendige Distanz vermissen ließ und der Propaganda griechischer Behörden auf den Leim ging. Meine Anfrage an Chefredakteur Fritz Dittlbacher.</div>
<p><span id="more-962"></span></p>
<div id="attachment_978" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/gasmasken-einstieg-2.jpg"><img class="size-full wp-image-978" title="Gasmasken Einstieg in ZIB 13" src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/06/gasmasken-einstieg-2.jpg" alt="Mit Atemschutzmaske gegen Tränengas: Ohne Augengläser nicht recht wirksam. Bild: ORF" width="500" height="278" /></a><p class="wp-caption-text">Mit Atemschutzmaske gegen Tränengas: Ohne Augengläser nicht recht wirksam. Bild: ORF</p></div>
<p>Sehr geehrter Herr Dittlbacher!</p>
<p>Gestern hat Sonja Sagmeister in der ZIB um 13 Uhr beim Live-Einstieg von den Protesten in Athen eine Atemschutzmaske getragen. Dies sei wegen der Ausschreitungen notwendig, die vorm Hotel-Balkon zu Gange waren von dem Sagmeister berichtete.</p>
<p>Erstaunlicher Weise verfügte die Maske, die den Reporter&#8217;innen von griechischen Behörden zur Verfügung gestellt wurde über keinen Augenschutz. Dieser schien offensichtlich auch gar nicht nötig &#8211; nach Beantwortung der ersten Frage entledigte sich Sagmeister der Schutzmaske.</p>
<p>Die ZIB 13 ist der Propaganda der griechischen Behörden auf den Leim gegangen. Unbefangene Zuseher&#8217;innen mussten den Eindruck gewinnen, dass auf Athens Straßen bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Der Protest gegen die Sparmaßnahmen, der von einer Mehrheit der griechischen Bevölkerung in Form eines Generalstreiks mitgetragen wird, erscheint derart lediglich als apokalyptischer Gewaltexzess fehlgeleiteter Spinner.</p>
<p>Das ist keine ausgewogene Berichterstattung, die den Zuseher&#8217;innen Hintergründe näher bringt und ihnen ermöglicht, politische Vorgänge zu verstehen und einzuschätzen, wie das ORF-Gesetz es vorsähe. Eine unaufgeregte Analyse und Darstellung der Geschehnisse wäre aber angesichts der gegenwärtigen Stimmungsmache gegen &#8220;die Griechen&#8221; besonders notwendig.</p>
<p>Ich möchte Frau Sagmeister ihre mangelnde Distanz zu den Geschehnissen nicht ankreiden. Allerdings kann man sich von einer öffentlich-rechtliche Redaktion, die 1.700 km von Knall und Rauch entfernt sitzt zu Recht die Geistesgegenwärtigkeit erwarten, einen derartigen Einstieg abzuwenden.</p>
<p>Ich wende mich an Sie, weil mich der Kundendienst nicht informieren konnte, wer Sendungschef&#8217;in der ZIB 13 ist. Mich würde sehr interessieren, ob die Verantwortlichen den betreffenden Einstieg ebenfalls als Patzer werten oder ob wir künftig mit der Boulevardisierung der ZIB rechnen müssen.</p>
<p>Ich erlaube mir, diese Mail auf meinem Blog http://phsblog.at zu veröffentlichen, da der gestrige Vorfall in meinem Umfeld viel Aufsehen erregt hat und ich würde meinen Leser&#8217;innen gerne auf selbem Wege die Antwort aus ihrem Hause zugänglich machen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen,<br />
Philipp Sonderegger</p>


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</p>]]></content:encoded>
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		<title>Mann am Ende</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 08:49:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Spitzenmanager hatten Zeit genug, die gläserne Decke für Frauen zu beseitigen. Jetzt ist es Zeit für gesetzliche Quoten. Dass sich gerade die bündische ÖVP so gegen Quoten wehrt, ist aber skurril. Ein Kommentar für mo &#8211; Magazin für Menschenrechte von SOS Mitmensch. Viele Jahrzehnte hatten sie Zeit. Doch die unfähigen Manager an der Spitze der [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<fb:like href='http://phsblog.at/mann-am-ende/' send='false' layout='standard' show_faces='false' width='450' height='65' action='like' colorscheme='light' font='verdana'></fb:like><div class="vorspann">Spitzenmanager hatten Zeit genug, die gläserne Decke für Frauen zu beseitigen. Jetzt ist es Zeit für gesetzliche Quoten. Dass sich gerade die bündische ÖVP so gegen Quoten wehrt, ist aber skurril. Ein Kommentar für <a title="Kommentar mo - Magazin für Menschenrechte" href="momagazin.at" target="_blank">mo &#8211; Magazin für Menschenrechte</a> von SOS Mitmensch.</div>
<p><span id="more-622"></span>Viele Jahrzehnte hatten sie Zeit. Doch die unfähigen Manager an der Spitze der großen Unternehmen haben versagt. Es ist ihnen nicht gelungen, die gläserne Decke zu sprengen und Frauen in Führungspositionen zu bringen. Managementversagen, Marktversagen. Einschlägige Studien sagen, dass Frauen strukturell am Aufstieg in Führungspositionen behindert werden. Dass aber mehr Frauen in Leitungsfunktionen gut für die Wirtschaft, für die Betriebe und für die Gesellschaft wären.</p>
<p>In ganz Europa ist deshalb eine Diskussion über verpflichtende Quoten in der Privatwirtschaft ausgebrochen. Tatsächlich haben, ob Zufall oder nicht, vor allem konservative Regierungen – in Deutschland, Frankreich oder Dänemark – mit gesetzlichen Quoten für Unternehmen bereits Fakten geschaffen. Und in Österreich? Da ziert sich die ÖVP noch. Zwar hat Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner jüngst eine Quote für die Aufsichtsräte von rund 60 staatlichen Unternehmen <a title="Mitterlehner im profil: Quote für staatliche Aufsichtsräte" href="http://www.profil.at/articles/1107/560/289427/freiwilligkeit" target="_blank">angekündigt</a>. Allerdings nur 25 Prozent, und das ohne gesetzliche Verpflichtung.</p>
<h4>Quotenpartei ÖVP</h4>
<p>Dabei kann gerade die ÖVP auf gute Erfahrungen mit Quoten zurückgreifen. Parteiobmann Josef Pröll bringt gewiss einiges an Know-how mit, wie man bei Postenbesetzungen alle Bünde, Generationen und Bundesländer der Partei befriedigt. Folgt auf Ex-Innenminister Günther Platter (ÖAAB) eine Wirtschaftsbündlerin aus Oberösterreich, dann wird eben das nächste freie Staatsekretariat wieder mit einer ÖAABlerin aus Tirol besetzt. (Wobei man der ÖVP freilich auch nach den jüngsten Rochaden vertrauen sollte, dass die <a title="Staatssektretärin Verena Remler in ZiB 24" href="http://www.youtube.com/watch?v=YNb4-dKS7m0" target="_blank">Bestqualifizierten</a> zum Zug gekommen sind.) Schwer zu glauben also, dass eine Partei mit soviel praktischer Erfahrung generell gegen Quoten eingestellt ist.</p>
<h4>Angst vor Kontrollverlust</h4>
<p>Berechtigte Angst könnten die Quotengegner vor dem Ende ihres Führungs- und Arbeitsmodells haben. Das illustriert der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx in einem <a title="Matthias Horx in Die Welt:Nur die Frauenquote wird die Arbeitswelt verbessern." href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article12348551/Nur-die-Frauenquote-wird-die-Arbeitswelt-verbessern.html" target="_blank">Beitrag</a> für die Berliner Tageszeitung Die Welt. „Karriere in Deutschland ist ein Wettbewerb um Anwesenheitszeiten, um kommunikative Präsenz“, beschreibt Horx eine Situation, die auch für Österreich gilt: „Nur wer sein Privatleben der Firma opfert,“ könne Karriere machen.</p>
<p>Und das funktioniere wiederum nur, wenn Aufzucht, Hauswirtschaft und Beziehungsarbeit an Dritte ausgelagert werden: an die Frau (seltener den Mann), an Verwandte oder Bedienstete. Das entspricht einer Zuteilung der Sphären – hier das Geldverdienen, dort die Reproduktions- und Beziehungsarbeit – die ein Machtverhältnis klar zum Vorteil des/r Verdienenden schafft: Wer zahlt, schafft an. Es spiegelt ein Rollensystem, von dem auch Österreichs Wirtschafts- und Polit-Eliten profitieren, wie deren Lebensläufe verraten.</p>
<h4>Männliche Über-Aktivität runiert Firmen und Gesellschaften.</h4>
<p>In Ländern mit höherem Frauenanteil in den Chefetagen hat dieses Modell aber ausgedient, wie Horx am Beispiel der Karrierekultur Skandinaviens beschreibt. Wer in Stockholm als Führungskraft nach 17 Uhr noch am Schreibtisch anzutreffen ist, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Familienproblemen gefragt. Etwas nicht in Ordnung zu Hause? Männer, die sich nicht um ihre Familien kümmern gelten als Minderleister, so Horx.</p>
<p>Horx führt auch die letzte Finanzkrise auf beziehungsunfähige und 14-Stunden-plus arbeitende Männer im Dopaminrausch zurück. Deshalb müsse man die männliche Zeit- und Beziehungskultur ohnehin überdenken: sie sei nicht produktiver als ein emanzipatives Modell, sie ruiniere vielmehr ganze Firmen. Und man kann hinzufügen: Ganze Gesellschaften.</p>
<p><em>Dieser Kommentar ist ein Beitrag für die Ausgabe #22 <a title="Kommentar mo - Magazin für Menschenrechte" href="momagazin.at" target="_blank">mo &#8211; Magazin für Menschenrechte</a> von SOS Mitmensch.</em></p>


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