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	<title>PHSBLOG.AT - Philipp Sonderegger&#039;s politischer Blog. &#187; Notizen</title>
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		<title>Die Faust reichen</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 09:45:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Antirassistische Arbeit steckt in der Zwickmühle: auf den Tisch hauen und sich gleichermassen Gehör und Feinde verschaffen. Oder den eigenen Ärger schlucken und geduldig um Verständnis werben. Text: Philipp Sonderegger und Pia Vossen. Ursprünglich erschienen in mo &#8211; Magazin für Menschenrechte von SOS Mitmensch, #26, 1/2012. Irgendwann muss es in Gernot Liskas Kopf „klick“ gemacht [...]


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<p><span id="more-1984"></span></p>
<div id="attachment_1987" class="wp-caption alignnone" style="width: 604px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/angelosoliman.jpg"><img class="size-full wp-image-1987" title="Angelo Soliman" src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/angelosoliman.jpg" alt="Angelo Soliman" width="594" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Angelo Soliman. Fürstlicher Hofmohr zu Wien. Nach seinem Tode ausgestopft und halbnackt mit Muschelkette im Museum ausgestellt.</p></div>
<p>Irgendwann muss es in Gernot Liskas Kopf „klick“ gemacht haben &#8211; und es hatte wohl mit der Ausstellung zu tun. Der Geschäftsführer des Fachverbands Gastronomie der Wirtschaftskammer besuchte Ende Jänner das Wien Museum. Dort widmete man sich dem „fürstlichen Hofmohren“ Angelo Soliman. Menschenjäger/innen hatten Soliman als Kind aus Westafrika verschleppt und als Sklave nach Europa verkauft. Er landete in Wien und wurde zum Vorzeigediener des Adels. Exotisch ausstaffiert durfte er bei Hofe das Modegetränk Kaffee servieren. Soliman endete als präparierter Leichnam, halbnackt und mit Muschelkette drapiert, im kaiserlichen Naturalienkabinett.</p>
<p>Wenige Tage nach dem Museumsbesuch formulierte Lisak ein Schreiben an die Mitgliedsbetriebe seines Fachverbands – österreichweit immerhin 50.000 Betriebe. In dem Email empfiehlt die Wirtschaftskammer, von der kolonialen Speisebezeichnung „Mohr“ Abstand zu nehmen &#8211; so wie auch von anderen Begriffen, die Menschen herabwürdigen oder beleidigen.</p>
<h4>Lokalaugenschein</h4>
<p>Lokalaugenschein im 16. Bezirk: Delikatessen &amp; Confesserie Ottendorfer heißt ein kleines Cafe mit Partyservice. Im Internet stellt das „bodenständige Lebensmittelgeschäft“ in Aussicht, „die individuellen Wünsche der Kunden gemeinsam umzusetzen.“ Durch die Scheiben dringt wenig Licht. Das Fenster wird als Auslage von Feinkost-Artikeln, Wurstplatten-Sujets und Zeitungsausschnitten benötigt. In der neon-beleuchteten Vitrine gegenüber dem Eingang stechen Wurstsemmeln und in Zuckerglasur getauchte Backwerke ins Auge. Ein „Mohr im Hemd“ ist nicht dabei.</p>
<p>Frau Andrea bedient ein paar Stammgäste aus der Umgebung, für drei, vier Fragen kann sie sich Zeit nehmen &#8211; nur im eigenen Namen, nicht fürs Geschäft, betont sie: „Mohr ist doch kein Schimpfwort, genauso wie Nxxxx, haben die keine andere Sorgen?“. Ob Wirtschaftskammer, Regierung oder Parlament gemeint sind, ist nicht eindeutig. Die Gäste, die alle in Hörweite sitzen, spenden Beifall: „Arbeitslose, die Wirtschaftskrise, das sind doch viel dringendere Themen“. Frau Andrea deutet auf eine Mittvierzigerin mit Zigarette beim Eingang: „Sie muss vielleicht ihren Hundesalon zusperren.“</p>
<div id="attachment_1986" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/suesses.jpg"><img class="size-full wp-image-1986" title="Backwaren mir Zuckerguss" src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2012/03/suesses.jpg" alt="Backwaren mir Zuckerguss" width="500" height="192" /></a><p class="wp-caption-text">Backwaren mir Zuckerguss</p></div>
<h4>Tabuthema Rassismus</h4>
<p>Rassismus ist hierzulande ein Tabu-Thema. Kaum eine Frage wird derart obsessiv ausgespart. Viele Bürger/innen leben in einer „Parallelgesellschaft“, in der sie sich kaum mit der Sichtweise von Minderheiten auseinandersetzen müssen. Dabei liegt Österreich bei der Ablehnung von Fremden international an der Spitze, wie zuletzt die europäischen Wertestudie 2011 belegt. Antirassist/innen stecken in der Zwickmühle. Um sich Gehör zu verschaffen, müssen sie auf den Tisch hauen. Verständnis wecken sie aber eher dadurch, dass sie Geduld und Wertschätzung aufbringen.</p>
<p>Doch auch der Wirtschaftskammer-Funktionär ringt mit einem Dilemma. Anschaffen kann er den Mitgliedern nichts; er muss sie überzeugen. Die Mitglieder zahlen Pflichtbeiträge, dafür erwarten sie, dass ihre Interessen bestmöglich vertreten werden. Genau das versucht Liska, wenn er hervorhebt, Gaststätten könnten kein Interesse daran haben, ihren Kund/innen auf die Zehen zu steigen: „Wir sind eine Branche, die sich der Gastfreundschaft verschrieben hat. Wir bemühen uns um das Wohl der Gäste, weil wir wollen, dass sie wieder kommen.“ Ihm persönlich sei erst beim Besuch der Ausstellung in der vollen Tragweite bewusst geworden, wie verletzend der Begriff Mohr für Menschen schwarzer Hautfarbe sein müsse: „Angelo Soliman wurde einfach nicht als Mensch gesehen, nach seinem Tod hat man ihn ausgestopft und ausgestellt. Wie ein Trophäe.“</p>
<h4>Wie vermitteln?</h4>
<p>Liska weiss, dass sein E-Mail nicht das AHA-Erlebnis bringen wird, das er beim Besuch der Soliman-Ausstellung hatte. „Gastwirte sind mit dem Begriff Mohr im Hemd aufgewachsen, erhalten ihn unter dieser Bezeichnung beim Großhändler und ihre Gäste verlangen danach. Es wird Zeit brauchen, bis sich etwas ändert.“ Mit erhobenem Zeigefinger komme man nicht weit: „Der Begriff Rassismus enthält immer auch einen Vorwurf. Da machen manche leider zu, die eigentlich ein offenes Ohr für den Hinweis hätten, dass Worte auch unabsichtlich beleidigen.“</p>
<p>Ein Anruf im renommierten Wiener Ring-Café Landtmann. Auch hier führt man keinen „Mohr im Hemd“, allerdings „nicht aus diesen Gründen“, wie Betreiber Berndt Querfeld gleich betont. Dass Rassismus nicht sein Lieblingsthema ist, kann er kaum verhehlen: „Wenn das unsere größten Sorgen wären, würd‘s uns gut gehen. Ich habe schon Verständnis, dass man in einer Touristenstadt wie Wien darauf achtet, niemanden zu beleidigen, aber allen alles Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.“</p>
<h4>Eine Mühsame Überzeugungsarbeit &#8230;.</h4>
<p>Viele Schwarze haben im Jahr 2012 keine Lust mehr, Aufklärungsarbeit zu leisten und ihren österreichischen Landsleuten stets aufs Neue geduldig und nachsichtig zu erklären, worum es bei Rassismus geht. „Ich bin es Leid, geschichtslosen Mitbürger/innen die koloniale Tradition und verdrängte Sklaverei-Vergangenheit Österreichs zu erklären“, sagt eine Aktivistin, die sich aus der antirassistischen Szene zurück gezogen hat.</p>
<p>Seit mindestens zwanzig Jahren plagen sich Initiativen ab, die Wahrnehmung für den ganz alltäglichen Rassismus zu schärfen. Im Mozartjahr 2006 nahmen sich dunkelhäutige Wiener/innen nichts weniger vor, als „eine schwarze Geschichtsschreibung“ auf den Weg zu bringen. Die jungen Leute – Student/innen und Aktivist/innen &#8211; wollten einen Schlussstrich unter „die Verwischung und Auslöschung von Schwarzen“ in der österreichischen Geschichtsschreibung ziehen. In dem Projekt machten sie Schwarze wie Soliman und seine Tochter Josefine „als Träger/innen von Geschichte sichtbar“: Sie sollten nicht mehr als Ausstellungsstücke dienen, sondern als eigenständig handelnde Persönlichkeiten dargestellt werden. Die Forscher/innen zeichneten nach, wie Josefine erstritt, dass ihr ausgestopfter Vater nach zehn Jahren aus dem K. K. Hof-Naturalienkabinett geholt und würdig bestattet wurde.</p>
<h4>&#8230; beginnt langsam zu greifen.</h4>
<p>Trotz aller Bemühungen sind Speisebezeichnungen mit kolonialem Zungenschlag bis heute in Verwendung. Zwar findet das N-Wort, das früher vielfach dunkles Bier, Nussschokolade oder Schokoküsse bezeichnete, heute nur noch vereinzelte Anhänger/innen. „Mohrenkopf“ oder „Mohr im Hemd“ sind dagegen noch landesweit geläufig.</p>
<p>Langsam greift die Aufklärungsarbeit auch hier. Als Eskimo allen Ernstes noch im Jahr 2009 ein Eis namens „Mohr im Hemd“ auf den Markt brachte, sah sich die Chefetage bald mit heftigen Reaktionen konfrontiert. Der Konzern gab sich überrascht, lenkte aber schließlich ein. Das Bechereis wurde zwar verkauft, doch  die Werbekampagne &#8211; „I will mohr“ &#8211; eingestampft. Bleibt die Frage, wie einem internationalen Konzern wie Unilever, der seine Produkte bis zur Marktreife monatelang abtestet, so ein kostspieliger Fauxpas unterlaufen konnte. Hatte man noch nie von der Auseinandersetzung um den Begriff gehört?</p>
<p>Über Rassismus wird in Österreich nicht gern gesprochen. Wagt es jemand, klar Position zu beziehen, muss er damit rechnen, attackiert zu werden. Das wird irgendwann fast allen zuviel. Als der Radiosender FM4 über den Unmut berichtete, den Eskimos Tiefkühl-Neuheit ausgelöst hatte, lehnten viele Mitglieder der Schwarzen Community eine Stellungnahme ab. Der Journalist Simon Inou exponierte sich – und erhielt dafür sogar Morddrohungen. Die Zeitung Heute ließ ihn in den Leserspalten als Nestbeschmutzer verhöhnen.</p>
<h4>Schon viel erreicht</h4>
<p>Inou gehört zu den Unermüdlichen, denen es auch nach 15 Jahren nicht zu blöd geworden ist, sich für Wortmeldungen anfeinden zu lassen: “Ich lerne auch etwas dabei. Man muss aber sehr hartnäckig sein. Die jetzige Offensive der Wirtschaftskammer zum Beispiel ist sehr wichtig, aber sie kommt sechs Jahre nach dem Mozartjahr.“</p>
<p>Ein letzter, kurzer Ausflug in die Gastronomie: Im Wiener Kaffeehaus „Korb“ findet sich hin und wieder noch ein „Zigeunerschnitzel“ im Tagesangebot. Herr Kapfenberger sagt: „Um Gottes Willen, natürlich werden wir uns die Empfehlung ansehen. Wir wollen doch nicht unsere Gäste vor den Kopf stoßen.“ Die Betreiber/innen des Restaurant Wild im 3. Bezirk haben nach eigenem Bekunden die Diskussion hinter sich gebracht: „Es kann einem immer ein Fehler unterlaufen, aber einen Mohr im Hemd finden Sie bei uns nicht mehr. Wir haben uns schon lange von diesem Begriff verabschiedet.“</p>
<p>Schwarze und Weiße Antirassist/innen hätten auch in Österreich schon gemeinsam viel erreicht, sagt der gebürtige Kameruner Simon Inou. Auch wenn es nicht immer auf einen Schlag gehe. Seit Jahren kritisieren Inou und seine Mitstreiter/innen das Mohren-Logo der Kaffee-Rösterei Julius Meinl &#8211; mit dem Effekt, dass es sukzessive kleiner gedruckt werde, „und mittlerweile in den Farben rot und weiß“, wie er schmunzelnd registriert. Gesprächsbereitschaft kann man sich von Inou immer erwarten, inhaltliche Zugeständnisse nicht: „Wir dürfen die Probleme nicht unter den Teppich kehren und müssen Rassismus beim Namen nennen. Was nicht am Tisch liegt, kann nicht bearbeitet werden.“ Dafür müsse man sich manchmal eben auch unbeliebt machen. Als Journalist weiß Inou zu gut, dass Konflikte mediale Aufmerksamkeit erregen. Ohne Eskalierung der Debatte würde über die Befindlichkeit von schwarzen Menschen nicht berichtet, sprich: Sie käme in der Öffentlichkeit gar nicht vor.</p>
<h4>Vom rechten Maß</h4>
<p>Das rechte Maß zwischen wertschätzender Überzeugungsarbeit und notwendiger Konfliktbereitschaft ist nicht immer leicht zu finden. Alexander Pollak von SOS Mitmensch kann davon ein Lied singen. Anfang Jänner schlug er dem Gastronomie-Verband eine gemeinsame Kampagne gegen rassistische Speisebezeichnungen vor. Der Verband lehnte ab und beschied höflich, aber bestimmt, man sehe „keinen unmittelbaren Handlungsbedarf“. Pollak ärgerte sich und überlegte kurz, „ob ich ein pampiges E-Mail zurückschicken soll.“ Dann entschied er sich doch für die ausgestreckte Hand und lud Gernot Liska in die Soliman-Ausstellung ins Wien Museum ein. Es hat sich ausgezahlt – dieses Mal.</p>
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<p><em>Ursprünglich erschienen in mo &#8211; Magazin für Menschenrechte von SOS Mitmensch, # 26, 1/2012.</em></p>


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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 18:36:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich fühle mich durch ein offensichtlich rassistisches Hausverbot in einer Billa-Filiale in meiner &#8220;republikanischen Identität&#8221; bedroht &#8211; ganz so als würde man mir meine Nummerntafel wegnehmen. Das müsste doch für die ZIB 24 ein Grund sein, über den Vorfall zu berichten. Liebe Zib24-Redaktion! Der österreichische Großkonzern Billa (4,4 Milliarden Umsatz) gibt einer Personengruppe &#8220;ausländisch aussehener [...]


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<p><span id="more-1489"></span>Liebe Zib24-Redaktion!</p>
<p>Der österreichische Großkonzern Billa (4,4 Milliarden Umsatz) gibt einer Personengruppe &#8220;ausländisch aussehener Kunden&#8221; in einer Filiale in der Wiener Pragerstraße Hausverbot, weil angehörige dieser Gurppe Diebstähle begangen haben. Es besteht der dringende Verdacht auf einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz. Die Konzernkommunikation bestätigt das Vorgehen auf seiner <a title="Billa Page" href="https://www.facebook.com/billa.at/posts/255248317858264">Facbook-Seite</a>.</p>
<p>Ich fühle mich durch dieses offensichtlich rassistische Vorgehen in meiner &#8220;republikanischen Identität&#8221; bedroht &#8211; ganz so als würde man mir <a title="Video: ZIB 24: Verlust der Identität durch Kennzeichen" href="http://www.youtube.com/watch?v=uzqnH99Aobg">meine geliebte Nummerntafel wegnehmen</a>. Ich ersuche Sie daher zu berichten!</p>
<p>Beste Grüsse,</p>
<p>Philipp Sonderegger</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hintergrund:</strong> Am 4. November berichtete die ZIB 24 über Ausseer/innen, die ihre Identität durch den Verlust der Buchstaben BA am Autokennzeichen bedroht sehen. Ab dem 1. Jänner 2012 sollen statt BA-Kennzeichen nur noch LI-Nummerntafeln ausgestellt werden. Moderatorin Lisa Gadenstätter warb in ihrer Einmoderation für den Beitrag um Verständnis für die Ausseer: &#8220;Für mich persönlich war das Schlimmste am Umzug nach Wien, dass ich mein ZE für Zell am See am Auto verloren habe.&#8221;</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/uzqnH99Aobg" frameborder="0" width="425" height="350"></iframe></p>
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		<title>Würdigung Steve Jobs</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 09:55:29 +0000</pubDate>
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<p><span id="more-1260"></span>Mein Tag hat heute ein wenig traurig begonnen, weil Steve Jobs gestorben ist. Noch beim Frühstück hab ich den interessanten <a href="http://topics.nytimes.com/top/reference/timestopics/people/j/steven_p_jobs/index.html">Nachruf</a> der NYT gelesen und ein paar Youtube-Videos nachgesehen. Und mir ist nochmal klar geworden, was für ein außergewöhnlicher Mensch Steve Jobs war.</p>
<p>Besonders beeindruckt mich, wie radikal sich Jobs zum Beispiel <a href="http://www.youtube.com/watch?v=UF8uR6Z6KLc">in dieser Ansprache</a> zum freien Leben und den menschlichen Bedürfnissen bekannt hat. &#8220;There&#8217;s no reason not to follow your heart&#8221;,  lautet ein viel zitierter Satz.</p>
<h4>Theres no reason not to follow your heart</h4>
<p>Zum einen pflegte Apple (etwa im sehr sehenswerten Video &#8220;<a title="Here's to the crazy ones" href="http://www.youtube.com/watch?v=4oAB83Z1ydE" target="_blank">Here&#8217;s to the crazy ones</a>&#8220;) den Mythos des Genies: Outsider, die nur der eigenen Intuition verpflichtet sind, sich über alles hinwegsetzen und so Außergewöhnliches schaffen.</p>
<p>Zum anderen prägt diese Philosophie auch die Produkte von Apple. Ich nutze seit ein paar Jahren ein Telefon und einen Laptop mit Apfel-Logo. Es ist selbst für einen Usability-Laien erkennbar, wie umwälzend Apple seine Maschinen den Gewohnheiten und Bedürfnissen von Menschen anpasste.</p>
<p>Eine Würdigung des Verstorbenen sollte aber auch Kritikpunkte nicht aussparen. Zumal Steve Jobs Tod nicht nicht (sic!) Teil der Marketing-Maschinerie des Konzerns sein kann. Bis zuletzt gab Jobs der Firma sein Gesicht.</p>
<h4>Um wessen Herz geht es?</h4>
<p>Jobs Bekenntnis zum freien Leben und den menschlichen Bedürfnissen galt nicht für alle.</p>
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<p>Man kann es noch als Geschmacksfrage abtun, dass Apples Outlaw-Image gelegentlich in Elitarismus abglitt. Der Satz &#8220;Its not the consumers Job to know what they want&#8221; mag plausibel scheinen, birgt aber letztlich ein anti-demokratisches Menschenbild; er ließe sich genauso plausibel auf den/ie Stimmbürger/in umlegen. Es ist vielleicht nicht die Aufgabe von Konsument/innen es herauszufinden, aber das Wissen darüber sollte ihnen zugänglich gemacht werden.</p>
<p>Eindeutiger ist da schon Apples wiederholter Versuch, das &#8220;offene Internet&#8221; mit proprietären Protokollen, geschlossenen Systemen oder zuletzt auch den Apps auszuhebeln. Es stimmt, dass &#8220;gute Anwendungs-Erlebnisse&#8221; und Offenheit zum Teil Gegensatzpaare darstellen können; oft genug lagen den Strategien Appels aber reine Gewinn-Interessen zugrunde.</p>
<p>Wäre der Versuch, mit Apps den Browser abzulösen aufgegangen, dann würde ein afghanischer Student für den Konsum der New York Times nun bezahlen. Jede Segmentierung des Netzes ermöglicht und bringt früher oder später Ausschluss mit sich. Die Globalisierung von Information und Kommunikation ist wichtig, weil sie den Have-Nots ein Momentum verschafft, um aufzuholen.</p>
<p><strong>Edit:</strong> Mea Ossberger hat mich noch auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam gemacht, den ich zunächst unterschlagen habe. Ein/e Unternehmer/in ist natürlich auch verantwortlich für die <a title="Ausbeutung in Apple-Fabriken" href="http://www.taz.de/Ausbeutung-in-neuer-Apple-Fabrik/!79254/" target="_blank">Produktionsbedingungen</a> unter denen seine/ihre Produkte hergestellt werden.</p>
<p>Jobs hat sein Leben in den Dienst von gut konstruirten Produkten gestellt, das ist schon sehr viel. Eine bessere Welt für alle, das war nicht seine Mission. Ich wünsche ihm alles Gute, als was immer der bekennende Buddhist sich auch regeneriert.</p>
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		<title>Wann verzichtet Heute auf Steuergelder?</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 12:41:28 +0000</pubDate>
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<p><span id="more-999"></span><br />
Liebe Frau Dichand, liebe Heute-Redaktion!</p>
<p>Wenn Ihre  Redaktion schon die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Förderungen <a title="Heute: Welche Vereine die Stadt Wien subventioniert" href="http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/Welche-Vereine-unsere-Stadt-subventioniert;art931,577713" target="_blank"> stellt</a>: Können Sie mal recherechieren, wieviel wir als Steuerzahler&#8217;innen zur Finanzierung Ihres Druckwerks per Förderung, Subvention und  Regierungsinseraten beitragen? Bzw, was marktkonforme Aufstellgebühren in  den U-Bahnstationen kosten würden?</p>
<p>Die genannten Vereine machen wertvolle Arbeit, zum Beispiel gegen die Ausbeutung von Frauen.</p>
<p>Meine Einschätzung: &#8220;Heute&#8221; hat weder einen förderungswürdigen  Nutzen, noch lässt es sich verkaufen. &#8220;Heute&#8221; ist ein öffentlich  subventionierter Werbeprospekt für die politischen Interessen geheimer Eigentümer(&#8216;innen?) aus dem SPÖ-Krone-Umfeld. &#8220;Heute&#8221; hetzt auf kleine Initiativen, obwohl Sie selbst auf einem steuerfinanzierten Arbeitsplatz  sitzen.</p>
<p>Anderer Meinung? Dann verzichten Sie doch mal für ein Jahr auf  steuerfinanzierte Inserate und setzen Sie einen Verkaufspreis von sagen  wir mal einem Euro an.</p>
<p>Beste Grüsse,<br />
Philipp Sonderegger</p>


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		<title>Kulturimperialismus von innen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 12:34:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wie veranstaltet man interessante Musik, wenn das Publikum noch fehlt? Eine Aufgabe, die der vietnamesiche Künstler und Veranstalter Tri Minh sehr gut gelöst hat. Mit dem elektronischen Musik-Festival Hanoi Soudstuff. Es gibt elektronische Musik in Hanoi. Zumindest einmal im Jahr. Seit 2008 organisiert der Künstler Tri Minh ein zweitägiges Festival, das Hanoi Soundstuff. Minh will [...]


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<p><span id="more-812"></span></p>
<p>Es gibt elektronische Musik in Hanoi. Zumindest einmal im Jahr. Seit 2008 organisiert der Künstler Tri Minh ein zweitägiges Festival, das <a title="Hanoi Soundstuff" href="http://hanoisoundstuff.vn/" target="_blank">Hanoi Soundstuff</a>. Minh will mit dem Festival vietnamesische Jugendliche für elektronische Musik interessieren und die Zusammenarbeit von vietnamesischen mit internationalen Künstler&#8217;innen fördern. <strong> </strong></p>
<p><strong>Edit:</strong> Heute erschien in den Vietnamnews ein <a title="Vientmnews: Tri Minh Interview" href="http://vietnamnews.vnanet.vn/Life-Style/210583/Culture-Vulture.html" target="_blank">Interview</a> mit Tri Minh auf englisch, das er einer vietnamesischen Zeitung gab. (21.April 2011)</p>
<p>Das Event ist großzügig vom Göthe-Institut und vom französischen Kulturinstitut gefördert. Auch die österreichische Botschaft hat in den vergangenen Jahren Geld beigesteuert. Technisch und organisatorisch ist dementsprechend alles erste Sahne.</p>
<p>Das Programm ist eine bunte Mischung aus vietnamesischen und internationalen Acts. Auch wenn keiner davon richtig abstank, wirkte die Zusammenstellung etwas zu beliebig. Aber es hat funktioniert.</p>
<h4>Herausragende Acts</h4>
<p>Hängen geblieben sind mir einige Auftritte. Allen voran Tri Minh&#8217;s eigener. Er hatte ein paar geile, selbst produzierte Techno-Stücke am Start, von denen auf seiner <a title="Soundcloud: Tri Minh" href="http://soundcloud.com/triminh05/" target="_blank">Soundcloud-Seite</a> leider nichts zu finden ist. Außerdem integrierte er gelungene Gastauftritte mit einem Trompeter und einer Geigerin.</p>
<p>Besonders aufregend war die experimentelle Elektronikerin Luong Hue Trinh, die zwar keinen tanzbaren Sound, aber alles live spielte. Auf ihrem <a title="Myspace: Luong Hue Trinh" href="http://www.myspace.com/luonghuetrinh/music" target="_blank">Myspace-Profil</a> gibts ein paar Höhrproben. Anspieltip <em>Her Puzzle</em>.</p>
<p>Einen bejubelten Auftritt hatte Hans Kulisch. Er startete sein Set mit <em>Duamaschee</em> vom neuen <a title="Attwenger Website" href="http://www.attwenger.at/" target="_blank">Attwenger</a>-Album <em>Flux</em>, das Wolfgang Schlögl produziert hat. Die Hanoi-Menschen mochten es. Weniger fingen sie mit Balkansounds an, wie mir scheint &#8211; doch Kulisch vorsorgte das Publikum ausreichend mit latainamerikanischen Rhythmen, zu denen heftig getanzt wurde.</p>
<p><object style="width: 425px; height: 350px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/JAWPxBq-WxE" /><embed style="width: 425px; height: 350px;" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/JAWPxBq-WxE"></embed></object></p>
<p><span style="font-size: x-small;">Hans Kulisch am Soudstuff Festival 2011 in Hanoi. Er eröffnet das Set mit Attwengers <em>Duamaschee</em>.</span></p>
<p><a title="Coma auf Youtube" href="http://www.youtube.com/watch?v=Q92LYAY4sZg" target="_blank">CoMa</a> aus Köln boten gut gepflegten Trance, bei dem wenig passiert, aber alles passt. Der malayische<a title="Ray soo auf Youtube" href="http://www.youtube.com/watch?v=VqCsOtK-Qrs" target="_blank"> DJ Ray Soo</a> war am Samstag als Hauptact platziert, spielte jedoch elends langweiligen House. <a title="Silvouplay auf Youtube" href="http://www.youtube.com/watch?v=6eynyY7rnBE" target="_blank">Silvouplay</a> aus Frankreich waren Oberliga, sind aber vor allem live stark. Space360 &amp; Horn aus Thailand sind zwei Künstler, die einen sehr interessanten Auftritt mit experimentellem Live-Set hinlegten. Von ihnen hab ich im Netz leider nix gefunden. Die norwegische DJane Charlotte Bendiksen fand ich langweilig.</p>
<p><object style="width: 425px; height: 350px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/-bHquZHttOE" /><embed style="width: 425px; height: 350px;" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" src="http://www.youtube.com/v/-bHquZHttOE"></embed></object></p>
<p><span style="font-size: x-small;">CoMa aus Köln mit einem Stück namens Embargo.</span></p>
<h4>Fazit: Imperialismus von innen</h4>
<p>Das Hanoi Soundstuff war gut besucht, die Veranstalter&#8217;innen sprechen von 2000 Leuten. Das Publikum setzte sich etwa zur Hälfte aus vietnamesischen Jugendlichen sowie zur Hälfte aus westlichen Expats und Tourist&#8217;innen zusammen. Der Eintritt von 50.000 Dong (2 Euro) ist nicht gerade billig, aber auch für Vietnames&#8217;innen erschwinglich.</p>
<p>Offensichtlich hat Tri Minh erolgreich auf niedrige Besucher&#8217;innen-Zahlen des letztjährigen Festivals reagiert, bei dem angeblich fast nur Westler&#8217;innen waren. Auch wenn er dafür den Preis eines etwas zusammengewürfelten Programmes bezahlt.</p>
<p>Am Freitag trat nach Tri Minh und der Experimental-Künstlerin Luong Hue Trinh ein Rapper Namens Ha Okio auf, der derzeit in Vietnam mit einem <a title="Ha Okio" href="http://www.youtube.com/watch?v=O7Yf4gyTnM8" target="_blank">seltsamen Stück &#8220;Hip Hop&#8221;</a> reüssiert, das augenscheinlich als Filmmusik fungiert.</p>
<p>Jedenfalls stürmten im Moment seines Auftritts hunderte vietnamesische Schüler&#8217;innen nach vorne, während peinlich berührte Europäer&#8217;innen und ältere Vietnames&#8217;innen zur Seite traten.</p>
<p>Ha Okio beließ es dann nach der Entgegennahme von Huldigungen auch bei der einen Nummer &#8220;Hip Hop&#8221; und griff bei erster Gelegenheit nach der Gittarre.</p>
<p>Mit einer der akkustischen Nummern bescherte er mir den Augenblick des Abends; eine Wahnsinns-Interpretation von Bob Dylans <em>All I wanna do</em>. Gänsehaut pur. Später wird er als steinreicher Star immer noch Dylan lieben und über seine Hip-Hop-Karriere sagen, &#8220;ich war jung und brauchte das Geld.&#8221;</p>
<p>Die Elektronik-Community in Hanoi scheint noch wachsen zu können; so ein Festival auszurichten braucht offensichtlich Pioniergeist. Gut auch, dass die europäischen Institutionen gutes Geld in die Mission pumpen. Solange Leute wie Min Trinh das Programm in der Hand haben und den Spagat zwischen guter Musik und massentauglichen Acts schaffen, ist es in gut investiert.</p>
<h4>Besuch bei der zweiten Botschafterin</h4>
<p>Am Samstag kamen wir vor dem Festival-Besuch noch einer Einladung der stellvertretenden Botschafterin Österreichs, Konstanze Mantsch, nach. Sie hatte die rund 25 Auslands-Österreicher&#8217;innen in Hanoi zu sich nach Hause eingeladen.  Frau Mantsch und ihr algerischer Mann sind tolle Gastgeber&#8217;innen; obwohl wir früher weg mussten, war es ob des herzlichzen Empfangs ein sehr angenehmes Treffen.</p>
<p>Um die fünfzehn Leute waren gekommen, ein Teil ist bei internationalen Organisationen beschäftigt, andere geschäftlich oder wegen der Liebe hier. Auch Botschafter Georg Heindl kam mit Frau und zwei Kindern. Heindl war vor seiner Bestellung in der Abteilung für Menschenrechte im Außenministerium. Und ich glaube soviel darf hier gesagt werden: Heindl unterstützt auch privat die Bemühungen der Sozialistischen Republik Vietnam, den CO2-Ausstoß zu senken. Die ganze Family kam mit dem Fahrrad.</p>


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		<title>Vietnam nervt</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Apr 2011 09:29:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Regen, Schmutz, Lärm. Wie konnte ich nur jemals auf die Idee kommen, nach Hanoi zu reisen? Jetzt regnet&#8217;s schon wieder. Drei Wochen sind wir nun in Hanoi und die Sonne schien genau einen Tag lang. Nicht, dass es jeden Tag regnen würde, aber die Wolken sind immer dicht geschlossen und verbinden sich mit der feuchten [...]


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<p><span id="more-774"></span></p>
<div id="attachment_779" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/DSC_1711.jpg"><img class="size-full wp-image-779" title="Fischer am vernebelten Tay Ho-See." src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/DSC_1711.jpg" alt="Fischer am vernebelten Tay Ho-See." width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Fischer an regenfreiem Tag am Tay Ho-See.</p></div>
<p>Jetzt regnet&#8217;s schon wieder. Drei Wochen sind wir nun in Hanoi und die Sonne schien genau einen Tag lang. Nicht, dass es jeden Tag regnen würde, aber die Wolken sind immer dicht geschlossen und verbinden sich mit der feuchten Luft zu einem Nebel, der sich wie eine nasse Decke über die Stadt legt. Wenigstens haben wir jetzt keine 12 Grad mehr, wie in der ersten Woche.</p>
<p>Wenn es denn regnet, so reicht es kaum, um den Schmutz aus den Straßen zu waschen. Das Nass vermengt sich mit dem Staub und Essensresten aus den Garküchen zu einem schmierigen Schlick, der in alle Ritzen kriecht &#8211; in Geschäfte, Restaurants und Wohnungen getragen wird.</p>
<p>Es ist laut. Kleidung wird beim waschen nicht sauber &#8211; kaum Druck in der Wasserleitung &#8211; und beim trocknen nicht trocken. Das Internet geht nie richtig, alles pickt und ist dreckig. Auch beim essen. Tische werden nur &#8220;trocken&#8221; abgewischt, ich will lieber nicht sehen, wies in den Küchen aussieht.</p>
<h4>Gewohnheiten ändern</h4>
<p>Ich widme mich heute einem Phänomen, das wahrscheinlich alle kennen, die sich länger an einem neuen Ort aufhalten. Die Eingewöhnung. Berauschende erste Wochen, in denen alles aufregend und interessant ist, sind nun vorbei.</p>
<p>Man hat sich aber noch nicht auf die neue Umgebung eingestellt und auch den Alltag noch nicht ausreichend organisiert. Deshalb findet man jetzt alles nur daneben. Bis man seine bisherigen Gewohnheiten geändert hat.</p>
<p>Vieles von dem, was einem das frühere Leben angenehm machte, fehlt einem und Dinge, die man erledigen muss, gehen hier viel schwieriger von der Hand. Auswanderer&#8217;innen-Blogs sind voll von Beschreibungen, wie anfängliche Begeisterung in reine Ablehnung umschlägt und Neulinge sich erst allmählich einleben und zu einer differenzierten Sicht aufs neue Land finden.</p>
<p>Das betrifft vor allem praktische Fragen; eingeschränkte Mobilität, Ernährungs-Umstellung, schlechtere Wohnverhältnisse, unergiebiger Schlaf, mangelnde Sprachkenntnisse oder eine neue, ungeliebte Rolle am neuen Arbeitsplatz.</p>
<p>Es sind aber auch die kleinen Dinge des Lebens, die in Frage gestellt sind, liebgewonnene Gewohnheiten; für mich zum Beispiel eine vernünftige Auswahl an Zeitungen aus Papier und ein richtiges Brot aus dunklem Getreide.</p>
<p>Wenn man in einem strengen Arbeitsrhythmus steckt, wird die Anpassung an neue Gegebenheiten durch das neue Zeitkorsett stabilisiert, aber auch leichter zugedeckt. Hat man jedoch Zeit, sich mit dieser Umgewöhnung zu befassen, so kann man sich selbst nochmals ganz neu kennen lernen.</p>
<h4>Was ist eigentlich wichtig?</h4>
<p>Ich verfüge über Zeit, Geld, Privilegien und ein Rückflugticket, weshalb ich diesen Umstellungs-Zwang als willkommene Gelegenheit der Persönlichkeitsentwicklung sehen kann. Ich kann mich systematisch damit befassen, welche Dinge mir wichtig sind, und was ich unbedingt brauche, damit es mir gut geht.</p>
<p>Nachdem ich zehn Jahre in einem Hamsterrad gearbeitet habe, empfinde ich es wider besseren Wissens als echten Luxus, über meine Gewohnheiten nachzudenken.</p>
<p>Aber auch wenn man es nicht so grundlegend angehen mag, es erleichtert die Umstellung, wenn man sich vergegenwärtigt, was einem am neuen Ort abgeht und was einem das Leben erschwert. Die Anpassungleistung verliert so an Gewicht und wird zu einem Projekt wie jedes andere; mit Problemstellungen, Lösungen und notwendigen Maßnahmen.</p>
<p>Der Problem-Liste kann man eine zweite Goodie-Liste mit Dingen gegenüberstellen, die einem im neuen Land gut tun. Zum Beispiel eine Thai-Massage, gut Essen gehen oder am Platz vorne einen <a title="En Wikipedia: Vietnamese iced coffee ca phe sua" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Vietnamese_iced_coffee" target="_blank">ca phe sua</a> trinken. Und wenn einem wieder einmal alles auf die Nerven geht, weiß man was zu tun ist. Bis später!</p>


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		<title>Propagandist verurteilt</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 12:06:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Derzeit sorgt sich die Welt um den Verbleib des chinesischen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei. Weniger Aufmerksamkeit erhalten Dissident&#8217;innen in Vietnam, selbst wenn Sie sich für Christen einsetzen. Gestern wurde Cu Huy Ha Vu wegen Propaganda gegen die sozialistische Republik zu sieben Jahren Haft verurteilt. Ai Weiwei ist ein renommierter Künstler, der in China und [...]


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<p><span id="more-762"></span></p>
<p>Ai Weiwei ist ein renommierter Künstler, der in China und weltweit Solidarität genießt. Sein Vater war ein bedeutender Dichter, was in China bislang wie ein Schutzschild wirkte. Auf Ais chinesischsprachigem <a title="Ai Wei Wei auf Twitter" href="http://twitter.com/#!/aiww" target="_blank">Twitter-Accou</a>t folgen ihm 70.000 User&#8217;innen.</p>
<p>Ai hat auch Verbindungen zu Österreich. 2010 errichtete er am Dachstein einen vier Tonnen <a title="Kleine Zeitung Fels am Dachstei mit Video" href="http://www.kleinezeitung.at/steiermark/liezen/regionale10/2398018/dachstein-fels-des-kuenstlers-ai-weiwei-gipfel.story" target="_blank">schweren Felsen</a> (Bericht Kleine Zeitung mit Video), was ihm Kritik des Alpenvereins  einbrachte. Innenminister Spindelegger stattete Ai bei seinem China-Besuch im Februar einen vom Kurier <a title="Spindelegger und Kurier bei Ai" href="http://kurier.at/interaktiv/kolumnen/2076994.php" target="_blank">exklusiv</a> gecoverten Besuch ab. Für Sommer ist im Kunsthaus Bregenz eine <a title="Kunsthaus Bregenz: Ai Wei Wei" href="http://www.kunsthaus-bregenz.at/html/welcome00.htm?aus_ai_weiwei.htm" target="_blank">Ausstellung</a> geplant.</p>
<p>In seinen Arbeite kritisiert Ai Menschenrechtsverletzungen und Umweltskandale in China. Nun wurde er am 3. April am Flughafen Bejing verhaftet. Außenminister Michael <a title="Kurier: Spindelegger fortert Freilassung Ais" href="http://kurier.at/interaktiv/kolumnen/2087354.php" target="_blank">Spindelegger</a> und die <a title="DiePresse.com: EU kritisiert Verhaftun Ais" href="http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/647662/USA-und-EU-kritisieren-Verhaftung-von-Ai-Weiwei" target="_blank">EU</a> haben China deswegen bereits kritisiert, doch die chinesischen Behörden verweigern jede Aussage zu Ais verbleib.</p>
<p><strong>Weniger Solidarität für Vietnams Vu</strong></p>
<p>Weniger internationale Solidarität löste bislang die Verurteilung des vietnamesischen Aktivisten Cu Huy Ha Vu aus. Ich denke, das liegt vor allem an der geringeren Bedeutung Vietnams für Europa. Vu wurde gestern in Hanoi wegen Propaganda gegen die sozialistische Volksrepublik Vietnam zu 7 Jahren Haft und anschließend 3 Jahren Hausarrest verdonnert.</p>
<p>Der <em>Volks-Ankläger</em> (peoples procuracy) hatte Vu vorgeworfen von 2009 bis 2010 wiederholt im Internet die Regierung diffamiert und ein Mehrparteiensystem gefordert zu haben. Nach §88 des vietnamesischen Strafrecht  kann solche &#8220;Propaganda&#8221; mit bis zu zwölf Jahren Haft bestraft werden. <strong>Edit: </strong>Den regimetreuen Titel dieses Beitrags habe ich der offiziellen Berichterstattung &#8211; etwa in der <a title="Vietnamnews: Propagandist" href="http://vietnamnews.vnagency.com.vn/Social-Isssues/210046/Propagandist-given-7-year-jail-sentence.html" target="_blank">Vietnamnews</a> &#8211; entlehnt.</p>
<h4>Ministerpräsident geklagt und Christen verteidigt</h4>
<p>Vor seiner Verurteilung hatte Vu mehrfach erfolglos versucht, den Ministerpräsidenten Ngyuen Tan Dung wegen eines Bauprojektes im zentralen Hochland zu verklagen. Der Regierungschef hatte dort ein umstrittenes Projekt zum Bauxit-Abbau durch einen chinesischen Staatskonzern genehmigt.</p>
<p>Bereits zuvor hatte Vu, der an der Pariser Sorbonne als Jurist promovierte, aber in Vietnam nicht als Anwalt zugelassen ist, ein Hotelprojekt verhindert, indem er ein 2005 das Volkskomitee einer Provinz vor Gericht brachte.</p>
<p>Letztes Jahr verteidigte Vu Angehörige einer römisch-katholischen Gemeinde, die nach einem Begräbnis auf Regierungsgrund verhaftet worden waren.</p>
<p>Das müsste den Wettbewerbsnachteil Ais in Bezug auf europäische Solidarität eigentlich wett machen. Kriegen doch selbst die hartgesottensten Konservativen wie Maria Fekter ein <a title="Heute: Österreich nimmt 31 Christen aus Irak auf" href="http://www.heute.at/news/oesterreich/bundeslaender/Oesterreich-nimmt-31-christliche-Fluechtlinge-aus-Irak-auf;art1303,490819" target="_blank">weiches Herz</a>, wenn es um Christenverfolgung geht.</p>
<h4>Rückhalt im Regime</h4>
<p>Vu ist wie sein chinesischer Leidesgenosse Ai durch seine Herkunftsfamilie im Establishment verankert. Auch Vus Vater war ein prominenter Dichter, seine Mutter Krankenschwester von Staatsgründer Ho Chi Minh und Schwester des angesehenen Lyrikers Xuan Dieu.</p>
<p>Obwohl er keiner politischen Gruppe angehört, hat Vu gute Kontakte zu Dissident&#8217;innen und dem Reformflügel innerhalb der vietnamesischen KP. Seine Verhaftung löste dann auch ein unerwartet breites Echo von Bloggern, Zeitungen und KP-Funktionär&#8217;innen aus.</p>
<p>Ursprünglich werteten Beobachter&#8217;innen Vus Inhaftierung als Teil der &#8220;Vorsichtsmaßnahmen&#8221; im Vorfeld des 11. KP-Kongress, der Anfang des Jahres stattfand und traditionell zur Verhaftung von Anwält&#8217;innen und Blogger&#8217;innen führt. Doch schon die Anklageschrift machte deutlich, dass das Regime Vus Aktivitäten nicht mehr hinnimmt.</p>
<p>Die Verhandlung gestern in Hanoi war weiträumig abgesperrt, nachdem die Familie Vus zur Beobachtung des Prozesses aufgerufen hatte. Drei Personen wurden verhaftet. Nur wenigen Journalist&#8217;innen und ausländischen Diplomat&#8217;innen war es gestattet, den Prozess auf einem Bildschirm zu verfolgen.</p>
<p>Einer der vier Verteidiger wurde vom Prozesses, der einen halben Tag dauerte, ausgeschlossen. Die anderen drei verließen die Verhandlung selbst, weil ihre &#8220;unbegründeten Anträge&#8221; vom Gericht zurückgewiesen wurden.</p>
<p>Offenbar setzt Vu darauf, durch sein Ansehen einen Keil in die öffentliche Meinung zu treiben. Dies scheint ihm auch zu gelingen, wie die Urteilsbegründung nahelegt. Dort rechtfertigt das Gericht das &#8220;milde Urteil mit den außerordentlichen Leistungen, die seine Familie für die Nation erbrachte.&#8221;</p>


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		<title>Österreich hier auch ein Begriff</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 08:09:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Vietnam]]></category>
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		<description><![CDATA[Heute gibts zwei Beobachtungen aus Hanoi. Erstens: Österreich ist hier auch ein Begriff und zweitens die Be Tong &#8211; Pumpe, die ich gestern schon getwittert habe. Auch Österreich ist hier in Vietnam ein Begriff. Repro der Vietnam-News vom 1. April 2011. Gestern schon auf Twitter, heute hier im Blog: Offenbar gibt es im Vietnamesischen Lehnwörter [...]


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<p><span id="more-739"></span>Auch Österreich ist hier in Vietnam ein Begriff. Repro der <a title="Vietnamnews" href="http://vietnamnews.vnagency.com.vn/" target="_blank">Vietnam-News</a> vom 1. April 2011.</p>
<div id="attachment_742" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/DSC_1405.jpg"><img class="size-full wp-image-742" title="Bericht in Vietnamnews über die Korruptionsvorwürfe gegen die EU-Abgeordnete Hella Ranner (VP)." src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/DSC_1405.jpg" alt="Bericht in Vietnamnews über die Korruptionsvorwürfe gegen die EU-Abgeordnete Hella Ranner (VP)." width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Bericht in Vietnamnews über die Korruptionsvorwürfe gegen die EU-Abgeordnete Hella Ranner (VP).</p></div>
<p>Gestern schon auf Twitter, heute hier im Blog: Offenbar gibt es im Vietnamesischen <a title="Google Translate: Be Tong - Beton (Vietnamesisch - Deutsch)" href="http://translate.google.at/?hl=de&amp;tab=wT#vi|de|Be%20Tong" target="_blank">Lehnwörter</a> aus der deutschen Sprache. <a href="http://twitter.com/#!/digiom/status/53035780611903490" target="_blank">Piefchinesisch</a>, wie Twitterantin <a title="Digiom auf Twitter" href="http://www.twitter.com/digiom" target="_blank">@Digiom</a> mit nordhessischen Wurzeln meint. Im Bild eine Be Tong &#8211; Pumpe der Firma Vibex.</p>
<div id="attachment_743" class="wp-caption alignleft" style="width: 510px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/be-tong-1-von-1.jpg"><img class="size-full wp-image-743" title="Eine Be Tong - Pumpe im Dienste der Firma Vibex. Hergestellt in Deutschland von Betonpumpen-Hersteller Putzmeister." src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/be-tong-1-von-1.jpg" alt="Eine Be Tong - Pumpe im Dienste der Firma Vibex. Hergestellt in Deutschland von Betonpumpen-Hersteller Putzmeister." width="500" height="332" /></a><p class="wp-caption-text">Eine Be Tong - Pumpe im Dienste der Firma Vibex. Hergestellt in Deutschland von Betonpumpen-Hersteller Putzmeister.</p></div>
<div id="attachment_744" class="wp-caption alignleft" style="width: 514px"><a href="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-01-um-09.46.51.png"><img class="size-full wp-image-744" title="Piefchinesisch " src="http://phsblog.at/wordpress/wp-content/uploads/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-01-um-09.46.51.png" alt="Piefchinesisch " width="504" height="254" /></a><p class="wp-caption-text">Piefchinesisch </p></div>


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		<title>Framing: Zwei Hinweise</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2011 17:34:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Dan Ariely]]></category>
		<category><![CDATA[Framing]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Lakoff]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
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		<description><![CDATA[Hier zwei Hinweise auf Fundstücke zum Thema Framing, über die ich kürzlich gestolpert bin. Da ich schon mehrfach nach den Links gefragt wurde, bitte sehr! Zum einen fragt der Verhaltensökonom Dan Arialey in diesem 17-minütigen Video, ob wir eigentlich unsere Entscheidungen tatsächlich selbst kontrollieren. Seine These mit Verweis auf optische Täuschungen: Wenn wir uns nicht [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<fb:like href='http://phsblog.at/framing-zwei-hinweise/' send='false' layout='standard' show_faces='false' width='450' height='65' action='like' colorscheme='light' font='verdana'></fb:like><div class="vorspann">Hier zwei Hinweise auf Fundstücke zum Thema Framing, über die ich kürzlich gestolpert bin. Da ich schon mehrfach nach den Links gefragt wurde, bitte sehr!<span id="more-499"></span></div>
<p>Zum einen fragt der Verhaltensökonom Dan Arialey in diesem 17-minütigen Video, ob wir eigentlich unsere Entscheidungen tatsächlich selbst kontrollieren. Seine These mit Verweis auf optische Täuschungen: Wenn wir uns nicht mal auf den Sehsinn verlassen können, wie dann aufs Denken?</p>
<p>Um seine Befürchtung zu untermauern, illustriert er sie mit einigen Beispielen. Dabei wird klar: Besonders rational geht&#8217;s in unseren Köpfen nicht immer zu. Klarerweise hängt eine Entscheidung von den vorhandenen Optionen ab.</p>
<p>Wer die Optionen kontrolliert, kontrolliert die Entscheidung. Doch manchmal kann zusätzliche Konkurrenz die Wahlwahrscheinlichkeit einer Option erhöhen.  Oder haben Sie eine bessere Erklärung, warum sich manche mit einem schiachen Double von sich selbst umgeben?</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="446" height="326" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="bgColor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="vu=http://video.ted.com/talks/dynamic/DanAriely_2008P-medium.flv&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/DanAriely-2008P.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=548&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=dan_ariely_asks_are_we_in_control_of_our_own_decisions;year=2008;theme=unconventional_explanations;theme=speaking_at_ted2009;event=EG+2008;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" /><param name="src" value="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="446" height="326" src="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" flashvars="vu=http://video.ted.com/talks/dynamic/DanAriely_2008P-medium.flv&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/DanAriely-2008P.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=548&amp;introDuration=15330&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=830&amp;adKeys=talk=dan_ariely_asks_are_we_in_control_of_our_own_decisions;year=2008;theme=unconventional_explanations;theme=speaking_at_ted2009;event=EG+2008;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" bgcolor="#ffffff" wmode="transparent" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h4>Lakoff über konservative und progressive Denkstrukturen.</h4>
<p>Der zweite Hinweis gilt einem <a href="http://peg.gd/Za" target="_blank">Exzerpt</a>, das der (Kognitiv-) Linguist George Lakoff vom ersten Kapitel seines Klassikers &#8220;Don&#8217;t think of an elephant&#8221; angefertigt hat. Freilich kann man auch gleich um 7 Euro die <a href="http://www.amazon.de/Dont-Think-Elephant-Essential-Progressives/dp/1931498717/" target="_blank">Taschenbuch-Ausgabe</a> auf Amazon bestellen, aber der kurze Text macht schon mal richtig Gusto.</p>
<p>Lakoff beschäftigt sich darin mit Denkstrukturen von Liberalen und Konservativen. Seine These: Republikaner_innen und Demokrat_innen unterscheiden sich in ihrem Denken vor allem aufgrund unterschiedlicher Familienbilder.</p>
<p>Auf der einen Seite der <em>strenge Vater</em>, der die Kinder durch Strafen auf den richtigen Weg bringen muss. Auf der anderen Seite die <em>fürsorglichen Eltern</em>, welche die Bedingungen schaffen wollen, damit ihre Kinder sich bestmöglich entwickeln können.</p>
<h4>Politisches Framing</h4>
<p>Eingangs beschreibt Lakoff in dem Text, wie Frames funktionieren und wie sie in der politischen Auseinandersetzung eingesetzt werden. Bei der Verwendung von Begriffen nimmt man unwillkürlich auf eine gedankliche <em>Landschaft</em> Bezug. Diese umfasst eine Reihe von unausgesprochenen Annahmen über Rollenverteilung, Probleme und Lösungen, die zuvor im Diskurs um den Begriff herum gebaut wurden: &#8220;Their language picks out a frame. And it won&#8217;t be yours.&#8221;</p>
<p>Der Satz &#8220;Nein, Juden sind keine Schmarotzer, die den deutschen Volkskörper schädigen&#8221; macht klar, dass manche Begriffe auch in noch so guter Absicht besser nicht verwendet werden, weil das dahinterliegende Gedankenkonzept implizit akzeptiert wird.</p>
<h4>Ist der Integrationsbegriff noch zu retten?</h4>
<p>Jüngst beschäftigte uns erneut eine <a title="Auseinandersetzung " href="http://www.facebook.com/home.php?sk=group_138389406211717&amp;ap=1" target="_blank">Auseinandersetzung</a> über die Integrationsdebatte, in der ich mich schon <a href="http://derstandard.at/2812464" target="_blank">2007</a> klar positioniert habe: soll der Begriff <em>Integration </em>von emanzipativen Kräften überhaupt noch verwendet werden, oder wurde er längst in einer Weise umgedeutet, die ihn für den Kampf um ein besseres Zusammenleben wertlos macht? Darf man solche Begriffe &#8220;kampflos aufgeben&#8221;, wie es der Ausschluss-Basta-Initiative zum Vorwurf gemacht wurde?</p>
<p>Lakoff&#8217;s Beschreibung des politischen Framings hilft, einen nüchternen Blick auf die Frage zu werfen. Wenn der Begriff von den Rechten wirksam geframed wurde &#8211; also der Mainstream unter Integration nicht mehr die Herstellung von Gleichberechtigung und Chancengleichheit, sondern Anpassung von ZuwandererInnen versteht &#8211; soll dann versucht werden, den Begriff wieder umzudeuten oder soll dann besser mit anderen Begriffen operiert werden?</p>
<p>Es ist eine Frage der Ressourcen. Wie kriegt man&#8217;s billiger? Welcher Kraftanstrengung bedarf es, den Begriff zurück zu erobern und Medien, Parteien und den Mainstream wie in den 70ern und 80ern mit einem emanzipativen Integrationskonzept zu dominieren? Wie aufwändig ist es im Gegenzug, neue Konzepte zu kreieren und zu etablieren?</p>
<p>Zehn Jahre habe ich bei SOS Mitmensch das emanzipatorische  Integrationskonzept verteidigt, und viele andere taten es auch &#8211; es hat  nicht gereicht. Wenn ich vergleiche, wie leicht es war, innerhalb von  zwei Jahren den Bleiberechts-Diskurs aufzubauen, dann ist für mich die  Frage klar entschieden.</p>


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		<title>Pollak bloggt zu Schubhaft</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 14:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>phs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notizen]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Pollak]]></category>
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		<category><![CDATA[SOS Mitmensch]]></category>

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